Kooperation: Science College Overbach und Siemens Stiftung

Science College Overbach und Siemens Stiftung : Lehrerfortbildung „Experimento“ wieder ausgebucht

Seit rund zehn Jahren ist Science College Overbach (SCO) als Bildungsinnovationszentrum für die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) in der Region etabliert.

Der außerschulische Lernort für Kinder, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte wurde für das Bildungsprogramm „Let’s Do Science“ durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen 2015 mit dem Prädikat „Ort des Fortschritts NRW“ ausgezeichnet.

„Als das internationale Projekt Experimento von der Siemens Stiftung in Deutschland in die Fläche getragen wurde, haben wir uns beworben und wurden als potenter Partner mit in das Konzept eingezogen“, berichtet Rusbeh Nawab, Leiter des SCO. Die gemeinnützige Unternehmensstiftung setzt sich für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ein.

Im Arbeitsgebiet Bildung wirkt sie engagiert für einen zeitgemäßen naturwissenschaftlich-technischen Unterricht und fördert eine handlungsorientierte Vermittlung. „Unsere Kooperation in den Bereichen Experimento 4+, 8+ sowie 10+ besteht seit 2014 und wird in diesem Schuljahr die magische Schwelle von 250 pädagogischen Fachkräften, die das Fortbildungsangebot wahrgenommen haben, überschreiten“, erläutert Nawab die bisherigen Ergebnisse einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

Die Experimento-Fortbildungen richten sich an Grundschulen, Offene Ganztagsschulen und weiterführenden Schulen in NRW und Ostbelgien. Dabei werden jeweils zwei Lehrkräfte einer Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche in entsprechenden Altersstufen ab vier, acht oder zehn Jahren eingeladen.

„Unser Dozententeam wurde wie die Mitarbeiter anderer Kooperationspartner in Lateinamerika, Afrika, Südasien und weiteren europäischen Ländern in der Vermittlung dieses Projekts von der Siemens Stiftung geschult und fungiert als Multiplikatoren-Team, das die Inhalte an die pädagogischen Fachkräfte weitergibt“, erklärt der SCO Leiter.

An dem Experimento 8+ nahmen in diesem Jahr 16 Lehrerinnen und Lehrer sowie zwei Referendarkräfte aus der Region und Ostbelgien teil. Dieses zweitägige Fortbildungsangebot beinhaltet kurze Vorträge mit den Schwerpunkten Energie, Umwelt und Gesundheit sowie kleine und komplexe experimentelle Aufgaben im Labor.

Am Ende der Weiterbildungsmaßnahme bekommen die Teilnehmer kostenfrei für ihre Schulen eine Experimentier-Box mit allen Utensilien, die bei diesen naturwissenschaftlichen Versuchen benötigt werden. „Jedes Experiment wird unter Anleitung in unserem Zentrum von den Lehrern selbst durchgeführt,“ sagt SCO-Dozentin Hildegard Coenen, „dann kann es in den Schulen viel einfacher mit dem Experimentieren los gehen“.

Zusätzlich wird von der Stiftung Siemens ein Medienportal mit aktuellen Tipps, Tricks und Hinweisen zur didaktischen Umsetzung und Implementierung dieser Box im Unterricht angeboten. „Es ist für die Schüler viel einfacher sich die theoretischen Inhalte durch Experimentieren auch praktisch vorzustellen“, bekräftigt Rusbeh Nawab, „der Schwerpunkt der Experimente liegt bei den physikalischen Naturphänomenen, welche die Schülerinnen und Schüler in ihrem alltäglichen Umfeld entdecken können“.

Mit dem Experimento-Programm wird eine ganzheitliche Bildung für nachhaltige Entwicklung weltweit angestrebt. Dabei sollen die ökonomischen Aspekte und die sozialen Komponenten einen maßgeblichen Raum in der Wertevermittlung einnehmen. „Es geht nicht nur um den Inhalt der Experimentier-Box“, erläutert Coenen, „die Schüler sollten auch bewerten lernen. Ist es sinnvoll, was ich hier mache, welcher sozialer Nutzen wird dadurch erreicht und, ist es nachhaltig für die Umwelt?“

Die gesellschaftliche Entwicklung und die wichtigsten Themen der Globalisierung werden dadurch handlungsorientiert angesprochen. „Die Arbeit mit Solarzellen ist in Deutschland eine Luxusbildung“, meint Alicia Schlesinger von der KGS Zülpich, die zusammen mit ihrer Kollegin Patricia Petry im SCO-Labor ein solarbetriebenes Wasserfahrzeug konstruiert hat. „Wenn wir es mit unseren Schülern im Unterricht nachbauen, erfahren sie auch, dass für viele Menschen in Südamerika oder Afrika diese Solarzellen die einzige Möglichkeit darstellen, um an Energiequellen zu gelangen.“

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