Jülich: „Konsum um jeden Preis?”: Es geht um nichts Geringeres als die Welt

Jülich: „Konsum um jeden Preis?”: Es geht um nichts Geringeres als die Welt

Im vergangenen Jahr hat sich in Jülich ein Arbeitskreis gegründet, der die Frage aufgeworfen hat: „Konsum um jeden Preis?” Zwei Wochen lang rankten sich zahlreiche Aktionen von Filmvorführungen, Autorenlesungen, Kunstausstellungen und Vorträgen und mehr rund um diese Frage.

Zahlreiche Mitstreiter aus dem Handel und dem Vereinswesen unterstützten die Initiatoren, allen voran Tanja Grüdl und Werner Wieczorek.

Auch in diesem Jahr will der Arbeitskreis wieder auf die Probleme aufmerksam machen, die der unbedachte Konsum und Wirtschaftswachstum um jeden Preis mit sich bringen. Brauchen wir wirklich jedes Jahr das neuste Handy? Muss jeden Tag Fleisch auf dem Tisch stehen? Muss ich auch im Winter Erdbeeren essen? Und wie kann ich durch ein bewusstes Konsumverhalten mit dazu beitragen, dass die Welt ein wenig freundlicher wird und die Ressourcen pfleglicher behandelt werden.

Verschlechtert

Ein wichtiges Datum hat sich der AK für seine Aktion ausgesucht, ist doch vom 20. bis 22. Juni Rio de Janeiro Tagungsort der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung „Rio +20” statt. Vor 20 Jahren fand diese Zusammenkunft schon einmal statt. Es wurde die Agenda 21 verabschiedet. Doch heute muss man mit Bedauern feststellen, dass sich die globale Situation nicht verbessert, sondern eher verschlechtert hat. Ein arabisches Sprichwort besagt, in verkürzter Form wiedergegeben „Willst Du die Welt verändern, dann verändere Dich selbst”, und dieses Ziel hat sich der AK auf seine Fahnen geschrieben.

Im lokalen Rahmen wollen die Mitglieder sich für menschliche Arbeitsbedingungen, gerechten Lohn für Arbeit und einen schonenden Umgang mit den Ressourcen einsetzen. Deshalb will er am 23. Juni mit einer Aktion darauf aufmerksam machen, wie auch im kleinen Rahmen etwas bewirkt werden kann. Um 10 Uhr treffen sich die Aktivisten in der Fußgängerzone Kölnstraße /Ecke Große Rurstraße, um ausgerüstet mit Transparenten, etlichen Einkaufswagen, großen Erdbällen und einer übergroßen Puppe durch die Stadt zu ziehen. Sie hoffen dabei darauf, dass sich möglichst viele Gleichgesinnte ihrem Marsch anschließen.

Zum Abschluss wird eine Schülerin vor dem Schlossplatz in Höhe der kleinen Kö genau die Rede verlesen, die bei der Konferenz vor 20 Jahren die zwölfjährige Kanadierin Severn Suzuki vor dem Erdgipfel hielt und die weltweite Beachtung fand. Außerdem steht am 20. Juni um 20 Uhr im Rahmen dieser Aktion im KuBa Jülich der Film „Plastic Planet” auf dem Programm.

Initiatorin Dr. Tanja Grüdl weist außerdem darauf hin, dass man sich über weitere Mitstreiter und neue Ideen im Arbeitskreis sehr freuen würde, denn es sei ein Thema, das jeden angeht, ob Jung oder Alt. Sie sagt auch: „Wir leben auch nicht im Wald und ernähren uns von Beeren und Wurzeln. Sondern wir sind ganz normale Menschen. Wir wollen nur, dass einmal unser Einkaufs- und Konsumverhalten überdacht wird.”
Unterstützt wird der Arbeitskreis von Attac, Buchhandlung Fischer, Terre des hommes, Jülicher Weltladen, Metzgerei Claßen, Naturhof Jumpertz, Reformhaus Heyartz, Möbel und Mehr, KSG Jülich, Kuba und der Stadtbücherei Jülich.

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