Kreis Düren: Kommunale Neugliederung: Erst Schreckgespenst, jetzt gute Zusammenarbeit

Kreis Düren: Kommunale Neugliederung: Erst Schreckgespenst, jetzt gute Zusammenarbeit

Die Frage ist eher rhetorisch gemeint. „Würden Sie einer hoch verschuldeten Kommune bei einer künftig sicherlich irgendwann kommenden kommunalen Neugliederung die Verantwortung für eine weitere Kommune übertragen?” Nein, wird man spontan antworten.

Und Peter Esser, in der Stadt Nideggen zuständig für die Finanzen, wird sich vielleicht die Hände reiben und feststellen, dass im Hinterkopf der Begriff der „kommunalen Neugliederung” hängen bleiben könnte. Esser hat die Frage in einer der letzten Ratssitzungen in Nideggen aufgeworfen und mit dem Szenario mit einen Grund liefern wollen, die kommunalen Steuern kräftig zu erhöhen, um wenigstens ansatzweise die Finanzsituation der vollkommen überschuldeten Kommune zu verbessern.

Ortswechsel. „Durch Kooperationen mit anderen Kommunen könnten sich in bestimmten Bereichen - ohne die Eigenständigkeit aufzugeben - Einsparungen erzielen lassen”, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Franzen bei der Verabschiedung des Haushaltes in der Gemeinde Vettweiß.

Die Spanne zwischen beiden ist groß - auf der einen Seite das vermeintliche Schreckgespenst der kommunalen Neugliederung, auf der anderen Seite die hoch gelobte und zunehmend praktizierte interkommunale Zusammenarbeit.

Aber braucht man eigentlich 15 Kommunen im Kreis Düren? Würden es nicht auch vier tun? Welche Existenzberechtigung hat eine Stadt wie Heimbach mit gerade mal 4500 Einwohnern? Immerhin ist schon Düren-Gürzenich mit knapp 5700 Einwohnern größer. Oder Inden? Rundum abgebaggert, kann es kaum noch den eigenen Bürgern einen Platz bieten.

„Einheiten verwaltungstechnisch zusammenzufassen macht Sinn”, sagt Justus Peters. Peters, früher Dezernent der Kreisverwaltung, ist jetzt selbst kommunal-politisch tätig. Als sachkundiger Bürger im Kulturausschuss in Linnich.

Dennoch betrachtet er die Verwaltungsstrukturen mit einem gewissen Abstand. Er hält die politischen Gremien für zu groß und ineffizient. „Aufgeblähte Gremien und zuviel Nabelschau sind eine gefährliche Mischung”, so Peters.

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