Jülich: Kommentiert: Nichts ist einfach zu wenig

Jülich: Kommentiert: Nichts ist einfach zu wenig

In Zeiten der Haushaltsnot gibt es im Jülicher Rat und seinen Ausschüssen schon mal ellenlange Debatten über die Verwendung von 500, 1000 oder gar 5000 Euro. Jetzt geht es um 1,2 Millionen Euro, da mussten einige Politiker schlucken und sich die Nullen vorstellen. Debattiert wurde nicht groß, dafür war die Informationslage zu dünn.

Die Stadt muss Geld in die Hand nehmen, um gewappnet zu sein, wenn weitere Flüchtlinge kommen. Das steht fest. Ob es gleich 1,2 Millionen Euro sein müssen, steht auf einem anderen Blatt. Leider fehlte dieses andere Blatt in den Informationen der Verwaltung. Den Damen und Herren der Politik wurde lapidar mitgeteilt, dass der Kauf einer Containeranlage die wirtschaftlichste Lösung sei. Das war‘s. Keine Vergleichsberechnung, nicht mal Details der Kaufvariante. Nichts. Das ist zu wenig!

Von (mindestens) einer Nachbarkommune ist bekannt, dass dort Mietcontainer aufgestellt werden sollen, die über drei Jahre für 50 Menschen Kosten von 360.000 Euro verursachen. Damit wäre auch in Jülich schnell und günstiger eine Lösung geschaffen und Zeit für grundlegende Gedanken gewonnen. Warum das unwirtschaftlicher sein soll als ein Kauf für 1,2 Millionen Euro, ist bis zum Beweis des Gegenteils fraglich. Auch wenn‘s drängt.

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