Jülich: Kommentiert: Die meisten Linnicher gehen den richtigen Weg

Jülich: Kommentiert: Die meisten Linnicher gehen den richtigen Weg

So ist das in einer Demokratie. Die Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht sind hohe Güter, die geschützt werden müssen.

Auch, wenn das manchmal massive Nackenschmerzen bedeutet, weil man den ganzen Tag mit dem Kopf schütteln könnte. Beispielsweise über den Zusammenhang, den „Bürger stehen auf“ aus Linnich zwischen dem Schutz der eigenen Kinder und der Ablehnung der Asylpolitik der Bundesregierung herstellt.

Viele Fakten, die die Redner ihren Zuhörern zugerufen haben, stimmen für sich alleine genommen. Aber für das Herstellen der Zusammenhänge ist eine Verbiegungskunst notwendig, der ein Rückgrat nur im Weg stehen kann.

In Linnich hat es eine Abstimmung mit den Füßen gegeben: 200 Menschen bejubelten Parolen, die von ihrem Kontext braun gefärbt wurden. 1500 Menschen waren dagegen. Dass ein kleiner Teil der Gegendemonstranten theoretisch auf Krawall gebürstet war und am liebsten losgelegt hätte — auch das muss eine Demokratie verkraften. Und das kann sie. Etwa 1480 Menschen in Linnich haben das gezeigt.

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