Siersdorf: Kommende: Das Herrenhaus ist endlich trocken gelegt

Siersdorf : Kommende: Das Herrenhaus ist endlich trocken gelegt

Wenn auch der „Förderverein Kommende Siersdorf“ in seinem Bemühen um die Bestandssicherung und Sanierung der Ordensburg mit öffentlichen Zuwendungen des Bundes und NRW-Landesmitteln unterstützt wird, ist immer noch ein Teilbeitrag von zehn Prozent der Aufwendungen aus Vereinskosten oder durch Eigenleistung erforderlich.

Dabei zeigte sich beim nunmehr schon vierten Aktionstag, dass der „Bautrupp“ einen erheblichen Fortschritt vor allem in der umfangreichen Schuttbeseitigung geleistet hat.

Brunnen als Relikt

In den Großräumen im Erdgeschoss und in der ersten Etage bieten sich nun schon geräumte Freiflächen, die das ganze Ausmaß der hallenartigen Säle erahnen lässt. Hinzu kommt auch noch ein bereits teilweise freigelegter Treppenaufgang im Bereich des Resalit-Aufganges. Als ein imposantes Relikt im Herrenhaus erweist sich ein stufenweise freigelegter Brunnen, der vom Erdgeschoss bis unter die Kellersohle etwa eine Tiefe von 20 Metern aufweist.

Die Außen- und Sicherungsarbeiten der Eschweiler Fachfirma Püttmann erstrecken sich derzeit auf Maßnahmen zur Erneuerung und Sicherung der Kranzgesimse rund um das ganze Gebäude. Sorgen bereiten derzeit aber die beiden Außentürme zum Reitplatz hin, die vom Artillerie-Beschuss im 2. Weltkrieg stark beschädigt wurden.

Im Hinblick auf weitere Mittel aus dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ sieht Fördervereins-Vorsitzender Guido von Büren (Jülich) „Signale, die positiv sind“. Nachdem eine erste Stufe erledigt wurde, hoffe man auf einen weiteren Zuschuss durch öffentliche Fördermittel, um so eine Finanzierungskapazität bis zum Jahr 2017 zu sichern.

Nachdem nun das Herrenhaus der Kommende nach vielen Jahren endlich trocken und so vor weiteren Witterungseinflüssen gesichert ist, konnte der weitere Verfall abgewendet werden, so versicherten sowohl der leitende Architekt Ekkehard Kandler (Köln) wie auch Andreas Püttmann als Chef der Eschweiler Fachfirma für historische Bausanierung.

Innenräume besuchbar machen

Einen ersten Ausblick von Bedeutung für die interessierte Öffentlichkeit plant der Förderverein für den jährlichen „Tag des Denkmals“ Anfang September. Man hofft bis dahin, die laufenden Arbeiten der „Ausschuttung“ soweit abzuschließen, damit dann interessierte Besucher erstmals das monumentale Gebäude der Siersdorfer Ordensburg in seinen dominanten Ausmaßen auch von innen gefahrlos besichtigen können. Dazu gehört die weiträumige Halle im Erdgeschoss, das dominante Keller-Areal mit dem Großraum des ehemaligen Refektoriums wie auch die weitläufige Dachfläche, von der sich ein imposanter Blick auf das gesamte Umfeld der Kommende erschließt.

Helfer weiter gesucht

Nach der von Guido von Büren aufgezeigten Perspektive richtet sich aber ein weiterer Blick in die Zukunft auf das Jahr 2019, denn dann kann man mit der Kommende auf 800 Jahre Anwesenheit des Deutschen Ordens in Siersdorf zurückblicken. Eine Zielsetzung, die auch mit der Einrichtung eines Dokumentationszentrums des Deutschen Ordens verwirklicht werden könnte.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wünscht sich der Förderverein allerdings eine weitere Unterstützung von freiwilligen Helfern, die an den nächsten Samstagen jeweils von 8 bis 12 Uhr herzlich willkommen sind. Helme, Schaufeln und Schubkarren stehen zur Verfügung.

Mehr von Aachener Zeitung