"Kolping Roadshow" macht Station in Jülich

Kulturelle Vielfalt : Für die Belange von Geflüchteten

Gemeinsam wird das Weltpuzzle zusammengefügt: Das Infomobil „Kolping Roadshow“ tourt durch ganz Deutschland und gastierte auf dem Jülicher Marktplatz.

„Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg“, lautet ein Vorurteil auf einer orangefarbenen Magnettafel des Infomobils „Kolping Roadshow“. Bashin Hannan, einer der kompetenten Ansprechpartner im „Netzwerk für Geflüchtete“, hebt die Tafel hoch und es sind Fakten zu lesen: „Während der ersten drei Monate nach Ankunft in Deutschland dürfen Geflüchtete weder arbeiten, noch haben sie einen Anspruch auf einen Integrationskurs…. Nur wer einen Asylantrag stellt, hat Anspruch auf einen Integrationskurs und kann eine Arbeitserlaubnis bekommen“. Ferner präsentierte Hannan eine Tasche mit „realen nachgestellten Dingen“, die die vierköpfige syrische Familie Khalel auf der Flucht mit sich führte. Dazu zählen eine Zeugnismappe und ein Deutschbuch, Abschlusshut, Puppe und Spielzeugauto, die helfen, das Erlebte zu verarbeiten und in Fantasiewelten zu flüchten.

120 verschiedene Nationen prägen die kulturelle Vielfalt der Stadt Jülich. Verstärkt seit 2015 haben Bevölkerung und Stadtverwaltung Geflüchtete aufgenommen und integriert, die Hilfsbereitschaft war und ist groß. So passt das Infomobil auf dem Marktplatz thematisch gut zum Start in die traditionelle interkulturelle Woche. Das sechste „Fest der Kulturen“ beschließt die Woche am 28. September.

Die „Kolping Roadshow“ tourt seit Januar 2017 durch ganz Deutschland. Hauptanliegen ist die niederschwellige Sensibilisierung einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht für die Belange von Geflüchteten. Mit den unterschiedlichsten Spiel- und Mitmachaktionen, Texttafeln, multimedialen Elementen und Methoden zur Aneignung von Hintergrundwissen – inklusive Beispiele gelungener Integration – werden alle Personen- und Altersgruppen angesprochen.

Die Themenbereiche sind Flucht, Migration und Integration. So haben die Kickerfiguren verschiedene Hautfarben und sind in Geschlechter unterteilt. „Fußball verbindet“, unterstreicht Projektleiterin Beatrix Lenzen vom Amt für Familie, Generationen und Integration, die vom Kolping-Netzwerk kontaktiert wurde. Das Projekt „Kolping Roadshow“, das Raum zum Austausch über eigene Erfahrungen und mediale Berichterstattung bietet, wird kofinanziert aus Mitteln des EU-Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Jeweils mit drei bis vier Neuner-Klassen nutzten das Gymnasium Zitadelle und das Mädchengymnasium in Jülich das kostenfreie Schulungsangebot für Kommunen und Schulen. Die Themen der Workshops in ihren eigenen Schulräumen waren Fluchtursachen, Integration und „Umgang mit Vorbehalten“.

(ptj)