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Aldenhoven: Köstliche kabarettistische Perlen

Aldenhoven : Köstliche kabarettistische Perlen

„Zugegeben”, das war das Beste vom Besten, oder frei nach Wendelin Haverkamp eben „Allerbestof”.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war Wendelin Haverkamp zum ersten Mal in Aldenhoven.

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sein feinsinniger bis schwarzer Humor hier inzwischen eine Fan-Gemeinde gefunden hat, die auch diesmal die Aula der Käthe-Kollwitz-Realschule besetzt hatte.

Der gelernte Pädagoge streifte ein Unzahl Themen aus allen möglichen Lebensbereichen, mit und ohne musikalische Begleitung durch seinen Adlatus Freddy Matulla.

Ziel seiner satirischen Rückschauen war meist er selbst, mal bissig, mal philosophisch-milde, aber immer mit viel Geist und Witz.

Was bietet sich besser für einen Kabarettisten an, als die aktuelle Politik? Wendelin Haverkamp machte sehr viel Gebrauch davon. Als Zielscheiben dienten ihm vorwiegend der Kanzler und der „Reichsführer Umwelt” Jürgen Trittin.

Nach seiner Meinung war die Dosenpfandgeschichte das bedeutendste Problem im Regierungsaufgabenkatalog der letzten Jahre. Zumindest sei ihm mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden als allen anderen Dingen.

Brillant auch die angespitzten Neuigkeiten von der Bundesanstalt für Arbeit und über den natürlichen Hang der Regierung zur Bildung von Kommissionen. Jeder könne da mitmachen, „es müssen ihm nur die nötigen Voraussetzungen hierfür fehlen”.

Ein Kabarettist kann sich vieles erlauben, auch den vertonten kritischen Blick auf die Zuwanderung aus dem Osten oder gar auf Zusammenwachsen von Ost und West („Wessieland ist abgebrannt”) mit dem Refrain „Warum gibt es keine Mauer mehr.”

„Herr wirf Hirn vom Himmel”, sein Flehen, welches zu den Themen Elite-Universität und Fernsehprogramme in gleicher Weise passend war.

Themen waren für ihn auch die männlichen „Unfassbarkeiten”, wie heiße Pellkartoffel oder Frühstücksei oder die vielfach behauptete männliche Wehleidigkeit.

Bei Haverkamp reihte sich eine kabarettistische Köstlichkeit an die andere. Einfach super.