Kleines Kreishaus in Jülich geht in sechs Wochen in Betrieb

Zulassungsstelle bis Jugendamt : Kleines Kreishaus geht in sechs Wochen in Betrieb

„Geschäftsstelle Jülich“ nennt die Kreisverwaltung das Gebäude, das seit April 2018 an der Ecke Düsseldorfer Straße/Kapuzinerstraße im Herzen der Stadt hochgezogen wird. Die Jülicher bezeichnen die neue Kreis-Dependance gerne als „kleines Kreishaus“.

110 Mitarbeiter der Kreisverwaltung werden hier ihre Büros beziehen, Mitarbeiter der Jobcom, des Jugendamtes, von Straßenverkehrsamt und Ausländerbehörde.

Fünf Millionen Euro investiert die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) in die neuen Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter, die in sechs Wochen ihre Büros beziehen können und in neuer Umgebung am 23. September offiziell den Dienst aufnehmen. GIS-Chef Peter Kaptain von der Kreisverwaltung ist auch zuversichtlich, dass die Arbeitsplätze in den kommenden sechs Wochen komplett eingerichtet sind. In der Tat sieht es auf der Baustelle auch nicht so aus, als ob der Termin nicht eingehalten werden könnte.

Natürlich arbeiten derzeit zahlreiche Firmen unter Hochdruck parallel, von einem Chaos ist das aber alles weit entfernt. Dort sind noch Böden zu verlegen, in einigen Fluren hängt noch keine Tapete, in den Decken klaffen in der Verkleidung noch Löcher. Nichts, was der Generalunternehmer Lamers nicht in den Griff bekommen könnte.

Raissi Kazem, Karl-Josef Mainz und Peter Kaptain von der GIS (vorne von links) sowie Niklas Marx und Lothar Müseler vom Generalunternehmer) zeigen die Pläne fürs neues Kreishaus. Foto: Burkhard Giesen

Als zeitgemäß und funktional beschreibt Kaptain das Gebäude, als modernes Dienstleistungszentrum. Das wird schon im Entree deutlich. Dem Empfang schließt sich ein großer Wartebereich für das Straßenverkehrsamt an, zusätzlich gibt es vier Shops und ein Bistro, das sogar über eine Terrasse im Außenbereich verfügt. Angesiedelt ist all das im Erdgeschoss, in den oberen Geschossen finden Ausländeramt, Jugendamt, Gesundheitsamt und der schulpsychologische Dienst ihre neuen Räumlichkeiten. Hinzu kommen die Mitarbeiter der Jobcom, die bisher schon im Alten Rathaus untergebracht sind.

Die ersten Büros sind möbliert, im Empfangs und Wartebereich der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes im Erdgeschoss wird noch kräftig gearbeitet. Foto: Burkhard Giesen

60 Mitarbeiter des Kreises sitzen schon jetzt in Jülich, 50 weitere kommen aus den jeweiligen Ämtern des Kreishauses in Düren neu hinzu. „Vorrangig sind das Mitarbeiter, die im Jülicher Bereich wohnen und jetzt nicht mehr nach Düren pendeln müssen“, freut sich Kaptain, dass es auch dienstrechtlich bei den Umbesetzungen keine Probleme gegeben hat.

Auch der Außenbereich muss noch gestaltet werden. Foto: Burkhard Giesen

Mit der Aufnahme des Betriebes im September steht für die GIS dann direkt die nächste Baustelle vor der Tür: dann startet die Sanierung des Alten Rathauses. Zwei Jahre und zwei Millionen Euro sind dafür eingeplant. Büros, Flure, Toiletten, Heizungs- und Elektroanlagen müssen erneuert werden. Zudem muss eine energetische Sanierung in Angriff genommen werden – das alles quasi im laufenden Betrieb und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.

„Wir werden das in Abstimmung mit der Denkmalbehörde umsetzen“, sagt Kaptain. Das ist deshalb nicht ganz unproblematisch, weil das Alte Rathaus generell als Denkmal eingetragen ist, es aber keine detaillierte Beschreibung gibt, was genau innerhalb des Gebäudes dem Denkmalschutz unterliegt.

Das rauchende Strichmännchen mit Aktentasche ist leider keine Kunst am Bau, sondern wird noch unter Tapete verschwinden. Foto: Burkhard Giesen
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