Kinderfeuerwehr Jülich: Kleine Retter testen den Ernstfall

Kinderfeuerwehr Jülich : Kleine Retter testen den Ernstfall

Erste Hilfe ist nicht nur für Erwachsene beim Erwerb eines Führerscheines wichtig. Auch Kinder können schon früh lernen, was im Notfall zu tun ist. So herrschte große Aufregung und Spannung bei der Kinderfeuerwehr Jülich, die sich am Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Stetternich traf, um gemeinsam eine Rettungsübung abzuhalten.

Rund 20 Kinder, im Alter von sechs bis zehn Jahren, begannen locker mit einem Spiel auf dem Gelände der Stetternicher Feuerwehr. Ganz plötzlich kippte eine Betreuerin um und blieb, zunächst nicht ansprechbar (gespielt,) auf dem Boden liegen. Erschrocken schauten die Kinder zu der jungen Frau und liefen dorthin.

Also: Was ist zu tun, wenn eine Person verletzt oder gar bewusstlos ist? Bereits im Vorfeld der Übung lernten die Kleinen die fünf W-Fragen, die wichtig beim Absetzen eines Notrufes sind, genau kennen. Sofort wurde der Notruf 112 gewählt und dem „Disponenten“ an der Leitstelle die W-Fragen beantwortet. Damit die geeigneten Einsatzkräfte schnell alarmieren werden können, muss der Anrufer wichtige Informationen durchgeben. Dafür gibt es eben die fünf „W“:

  1. Wo ist der Unfall passiert?
  2. Wer ruft an?
  3. Was ist geschehen?
  4. Wie viele Betroffene?
  5. Warten auf Rückfragen.

Zwei Kinder stellten sich an die Straße, um dem Rettungswagen den Weg zu weisen. Die anderen Kinder bemühten sich um die verletzte junge Frau, legten sie in die stabile Seitenlage, kontrollierten unter der Anleitung einer Betreuerin Atem und Puls und redeten beruhigend auf sie ein. Mit viel Eifer zeigten die Kinder, was sie bereits erlernt hatten. Und dann kam der Rettungswagen, natürlich mit Blaulicht.

Der Besatzung erklärten einige, was passiert war. Christian Kreuzenbeck und Leon Schiffer, beide vom Malteser-Hilfsdienst Jülich, demonstrierten die für diesen Übungseinsatz notwendigen Geräte wie das EKG-Gerät, das Oximeter (Sauerstoffsättigung) und eine Beatmungsmaske. Gemeinsam legten die Rettungsdienstler und die Kinder ein Stiff-Neck zum Stabilisieren der Halswirbel an.

Nach dem Umbetten auf die Trage brachte man die Frau in den Rettungswagen, wo die Kinder der „Verletzten“ alles Gute wünschten. Mit großem Interesse schauten sich die Kinder im Anschluss den Rettungswagen auch mal von innen an. Wie die meisten fragte auch die junge Leonie, ob sie mal mit dem Stethoskop ihren Herzschlag abhören könnte. Selbstredend musste auch die eigene Sauerstoffsättigung gemessen werden.

Geduldig beantworteten Kreuzenbeck und Schiffer die zahlreichen Fragen der Kinder. Gegen Ende wurde die Rettungskette noch einmal besprochen. Ein großer Dank der Kinderfeuerwehr ging an die tolle Zusammenarbeit mit dem Malteser-Hilfsdienst, der eine solche Übung ermöglichte.

(maho)