Jülich: "Kleine Hände" helfen seit 30 Jahren bedürftigen Familien

Jülich : "Kleine Hände" helfen seit 30 Jahren bedürftigen Familien

Gemeinschaft ist Alles. Dieser Gedanke war bei der Jubiläumsfeier des Vereins „Kleine Hände“ im KuBa Jülich am Freitagabend stets präsent. Das mongolische Sprichwort „Mit nur einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen“, gewissermaßen der Leitspruch des Vereins, erklärt auch das enorme Engagement der Mitglieder und Sponsoren.

Nicht nur braucht es Monat für Monat um die 15 Freiwillige, die die Sachspenden an bedürftige Familien geben, sondern auch zahlreiche Unterstützer, um die vielen anderen Projekte der „Kleinen Hände“ möglich zu machen. Dazu gehört in diesem Jahr zum Beispiel das „Fantasiefestival“, bei dem einige Kooperationsmitglieder und Spender sich dazu bereit erklärt haben, Kindern bei öffentlichen sowie geschlossenen Veranstaltungen vorzulesen.

Viele dieser Veranstaltungen fanden bereits im Laufe des Jahres statt, darunter auch eine mit Axel Fuchs, der Schülern der Promenadenschule eine Geschichte vorlas, um ihnen anschließend das Bürgermeisterbüro zu zeigen.

Auch bei der Abschlussfeier war er anwesend, zusammen mit Kooperationsmitgliedern der „Kleinen Hände“, Sponsoren und den aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Vereins. Nach dem offiziellen Teil war die Feier für alle geöffnet, die sich den „Kleinen Händen“ verbunden fühlen. Zwischen, vor und nach den Rednern kam die musikalische Unterhaltung von zwei Bands: Zuerst die „SpellOtones“, unter anderem mit Blues-Klängen; danach brachte die Band „WEB“ Tanzstimmung in den Kulturbahnhof.

Dass so viele Jülicher gerne bei den „Kleinen Händen“ mitmachen, liegt laut der Vorstandsvorsitzenden Dorothée Schenk nicht zuletzt an der einzigartigen Stimmung, die dort herrsche. Die helfe auch über Sprachbarrieren hinweg, die zwischen den Mitarbeitenden und den bedürftigen Familien auftauchten, die oft aus ihren Ländern flüchten mussten.

Um allerdings längerfristig besonders die Mütter dieser Familien zu unterstützen, wurde in Kooperation mit der VHS ein weiteres Projekt realisiert: „Zungenschlag“ nennt es sich; ein Deutschkurs für Mütter, der sich auf das Sprechenlernen konzentriert.

Doch warum hauptsächlich für Frauen? „Häufig kommen die Familien ja aus patriarchalischen Systemen“, sagte Schenk. Den Frauen fehle so oft die allgemeine Unterstützung, Deutsch zu lernen. Es ginge darum, den Familien mit allen Mitteln zu helfen, sich selbst zu helfen.

Besonders wegen der großen Flüchtlingswellen habe sich die Arbeit sehr verändert, erklärte sie weiter. Es sei eine „riesen Herausforderung“ gewesen. Flexibel zu reagieren sei die beste Methode gewesen, sie zu bewältigen.

All das fordert viel Ausdauer und Motivation, das war bei der Abschlussfeier deutlich zu spüren. Henrik Heinen, eines der jüngeren Mitglieder, sieht Dorothée Schenk zu einem Großteil für das Gelingen verantwortlich und bezeichnete sie als „nicht nur das Herz, sondern auch den Motor“ der „Kleinen Hände“.

Auch die Dankbarkeit der Familien motiviere über die Jahre hinweg, sagte Schatzmeisterin Elisabeth Hartmann. Sie teilte einige ihrer schönsten Erfahrungen bei den „Kleinen Händen“ mit dem Publikum. „Die positiven Reaktionen der Kinder sind für mich der größte Lohn.“ So komme es, dass bei der jährlichen Nikolausfeier viele Kinder nicht nur beschenkt werden, sondern auch selbst Geschenke mitbringen, als Zeichen der Dankbarkeit.

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