Jülich: Klaus Ahlert hat das Malen für sich wiederentdeckt und stellt in Jülich aus

Jülich: Klaus Ahlert hat das Malen für sich wiederentdeckt und stellt in Jülich aus

Als freier Theologe hat Klaus Ahlert mit der Gestaltung von Beerdigungen, Hochzeiten oder Willkommensfesten für Kinder einen ausgefüllten Terminkalender. Hinzu kommt noch die Trauerbegleitung, die er leistet. Da musste seine große Passion, die Malerei, schon einmal in den Hintergrund treten.

Nur selten hat er in den vergangenen Jahren zu Pinsel, Farben und Pastellkreide gegriffen, um die Themen, wie Tod, Sterben und Trauer, mit denen er im Berufsleben täglich konfrontiert wird, in seinen Bildern zu verarbeiten.

Der Weg und die Begleitung sind ihm darin ein wichtiges Anliegen. Immer wieder tauchen in seinen Arbeiten daher Wege aus dem Dunkel ins Licht auf und Menschen, die diesen Weg beschreiten. Dabei lehnt Ahlert sich manchmal an die Emmaus Begegnung an, wo die Jünger sich auf dem Weg machten, Jesus nach seiner Auferstehung zu ihnen trat und sie ihn nicht erkannten. Von der Bibelstelle des Alten Testaments, als Moses das Rote Meer teilte, lässt er sich ebenso inspirieren, wie von der Natur.

„Sie ist überhaupt der beste Therapeut. Eine Blume und ihr Farbenspiel, wenn man es wahrnimmt, das hat auch etwas mit Glaube zu tun“, sagt der Theologe und bezieht dies auch auf seine übrigen Bilder: „Der Weg geht auf etwas zu. Gehen ist in meinen Bildern sehr wichtig, denn das Gehen macht den Menschen aus“, sagt er. In jüngster Vergangenheit, nachdem er erkannt hat, wie sehr ihm die Kunst fehlt, hat er sich wieder auf seine Malerei besonnen und ältere und jüngere Arbeiten zusammengefasst, die er in den Räumen des Zentrums „Natürlich gesund“, zeigt.

Ebenfalls mit ihren Keramikobjekten ist seine Kollegin Silvia Prumbaum dort vertreten, die sich sowohl bei ihrer Therapiearbeit als auch im privaten Bereich mit Tonarbeiten beschäftigt. „Der Ton hilft Worte zu finden und setzt Gefühle frei“, sagt die Keramikkünstlerin. Und so tragen ihre Skulpturen Titel wie „Gram gebeugt“, „Zerrissenheit“ „Sisyphus“ oder „dem Sturm trotzen“. Meist sind es einfache, aus rotem Ton gebrannte Figuren, in denen auch häufig das Mutter-Kind-Thema vorkommt. Dazwischen finden sich auch einfach nur dekorative Gegenstände, die sie nur zum Spaß und als Gegengewicht zu ihrem schwierigen Berufsalltag schuf.

„Tonarbeiten beruhigen, das Material ist wärmend und tragend“, sagt sie. Am 6. und 7. sowie am 13. und 14. Dezember ist die Ausstellung „Lichtblicke“ jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Jeweils sonntags ab 11 Uhr soll eine Meditation, die auf das Leben bezogen ist, angeboten werden. Am 14. Dezember steht ein Tag der Begegnung auf dem Programm, bei dem sich das Team des Zentrums „Natürlich gesund“ vorstellt.

(Kr.)