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Jülich/Hoengen: Klasek bleibt, aber Hielscher wackelt

Jülich/Hoengen : Klasek bleibt, aber Hielscher wackelt

Marek Klasek hat sein Ja-Wort gegeben. Der Tscheche bleibt eine weitere Saison beim Tischtennis-Bundesligisten SIG Combibloc Jülich/Hoengen, der nun das halbe Team für die Zukunft unter Vertrag hat.

Schon vor Wochen war sich die Klubführung mit Spitzenbrett Tomasz Krzeszewski einig geworden. Die Verhandlungen mit der starken Nr. 3 der Setzliste (8:2-Einzelbilanz) gestalteten sich wesentlich zäher und endeten mit einem besser dotierten Kontrakt des umworbenen Nationalspielers.

„Er ist praktisch die Überraschung in der Liga. Wir mussten hart verhandeln, sind aber im Bereich unserer finanziellen Möglichkeiten geblieben”, berichtet Ehrenpräsident Arnold Beginn vom Vertragsgespräch, an dessen Verlauf auch Michael Hürtgen, Geschäftsführer der Alsdorf-Jülicher Sportmarketing-GmbH, maßgeblichen Anteil hatte.

Des einen Freud, des anderen Leid. Nach diesem Abschluss ist die Weiterverpflichtung des deutschen Nationalspielers Lars Hielscher unwahrscheinlicher geworden, denn laut Ehrenpräsident seien die Möglichkeiten des Bundesligisten weitgehend erschöpft.

„Diese Verhandlungen werden noch wesentlich schwieriger”, mutmaßt Beginn, der die deutsche Nr. 2 natürlich gern halten will. „Aber mit seinen guten Leistungen wächst er leider aus unserem Finanzrahmen hinaus. Andere Klubs können ihm Traumangebote machen, mit denen wir nicht mithalten können.”

Eine solche Offerte soll Hielscher vom TTV Gönnern vorliegen, der seinen Spitzenspieler Timo Boll an Borussia Düsseldorf zu verlieren droht. Von entscheidender Bedeutung könnte letztlich sein, ob sich der begehrte Kämpfer privat in Richtung Hessen verändern möchte. Der Publikumsliebling in Jülich hat nämlich in Düsseldorf Wurzeln geschlagen, wo er auch die Möglichkeit besitzt, gelegentlich im Leistungszentrum mit ambitionierten Sportlern zu trainieren.

Die Verantwortlichen in Jülich und Hoengen wiederum möchten und können laut Arnold Beginn nicht vom Konsolidierungskurs abrücken, den nun viele Erstligisten kopieren. Der kaum erwartete sportliche Erfolg des Grenzlandteams hat die gleichfalls minder Bemittelten angespornt.

Der Ehrenpräsident ist jedenfalls vorbereitet, falls es Hielscher verschlägt. „Dann werden wir Weltklasse-Nachwuchsleute präsentieren - wie den gebürtigen Chinesen Wang Zeng Yi. Er hat einen polnischen Pass.” Die Globalisierung treibt viele Blüten...