Hasselsweiler: Klangvoll, fröhlich und besinnlich: Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche

Hasselsweiler: Klangvoll, fröhlich und besinnlich: Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche

Sogar Stehplätze sind knapp gewesen beim dritten Adventskonzert in der voll besetzten Heilig-Kreuz-Kirche Hasselsweiler. Die so zahlreichen Zuhörer haben ein klangvolles fröhliches Konzert mit besinnlichen Momenten und einer Prise Heimatgefühl im besten Sinne genossen.

Mittelpunkt des Sextetts aus Leo Schwan, Bernhard Schultze und Rolf Speen (alle Gitarre/Gesang) und Nobby Stass (Cajon/Gesang) war das beliebte stimmgewaltige Hasselsweiler Gsangsduo Christa Dohmen und Johnny Sanders alias Ralf Esser. Wie so oft hatten die Musikfreunde „seit Wochen“ in Dohmens Küche ein hörenswertes Repertoire einstudiert. Zum Einstieg interpretierten sie „Hört, es klingt vom Himmelszelt“ in der deutsch/englischen Version, gefolgt vom sehr rhythmisch arrangierten „Stern über Betlehem“.

Ein „etwas moderneres Lied“ trug die 13-jährige Julie Esser im zweistimmigen Duett mit ihrem Vater und mit Christa Dohmen als Backgroundsängerin vor, „Ist da jemand“ von Adel Tawil. „Es ging spazieren vor dem Tor ein kohlprechrabenschwarzer Mohr“. Mit diesem Zitat aus dem „Struwwelpeter“ überraschte Dohmen zunächst in ihrer Anmoderation des Stückes „Schwarz und weiß“, das genau die Rassenproblematik thematisiert, die die Sängerin als „nie größer als heute“ empfindet. „Wir sollten daran arbeiten, dass man differenziert und nicht grundsätzlich alle über einen Kamm schert“, lautete ihre Empfehlung.

Von Rassenhass und niedrigen Instinkten handelte auch „Neue Brücken“ von Pur aus 1993/94. „Es hat sich in den Köpfen der Menschen was verändert. Aber es gibt die ewig Gestrigen und es wachsen immer welche nach“, kommentierte Dohmen das Stück, über das sie in der Konzertvorbereitung „gestolpert“ war. „Leider funktioniert es nicht überall so gut wie in Hawei. Wir haben hier schon ganz viele Brücken gebaut“, setzte sie nach — und wurde begeistert beklatscht.

Überhaupt sparte das Publikum nicht mit kräftigem Applaus nach jedem Stück und kam schnell der eingangs erfolgten Aufforderung durch Christiane Esser nach, mitzusingen und zu klatschen. Beim in Kölsch angestimmten Lied „Wenn et kein Schnee jit“ in dem ein Junge fürchtet, Schnee könne den Weihnachtsmann vom Beschenken abhalten, begannen sie sogar zu schunkeln.

Auch Leo Schwan sang in Mundart das „Lied vom kleinen Glück“, bei dem Rolf Speen zur Mundharmonika griff. Christa Dohmen und Nobby Stass mimten Sarah Connor & Henning Wehland in „Bonny und Clyde“, sie „hielten zusamm‘n, zu allem bereit“. Als Ralf Esser in „Klüngelköpp“-Manier „Die Stäane danze“ ließ, schunkelten die Gäste sogar in fast allen Kirchenbänken und auf den Stehplätzen. Nobby Stass nahm in „Driving home for Christmas“ von Chris Rea das Weihnachtsthema wieder auf, bevor Johnny Sanders mit seiner samtenen Stimme den Elvis-Song „Silver Bells“ anstimmte.

Wie bei Adventskonzerten in Hasselsweiler üblich, werden die freiwilligen Spenden der Gäste ohne Abzug einem guten Zweck zugeführt, diesmal der Aktion „Lichtblicke“, die von 45 NRW-Lokalradios, den NRW-Caritasverbänden und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe getragen wird.

(ptj)