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Jülich: Klangvielfalt des Jazz kennt keine Grenzen

Jülich : Klangvielfalt des Jazz kennt keine Grenzen

Zwischen Tradition und experimentellen Tönen kam die 11. Zitadellen-Jazznacht farbenfroh und multikulturell daher. Sie behauptete sich dabei als Garant für außergewöhnliche Musik.

Immer auf der Suche nach neuen und unverbrauchten Klängen ließ der Jazzclub Jülich das Klangspektrum zwischen Rumbarassel und Piano hin und her tanzen und über 500 Gäste durften sich über ein gelungenes Festival freuen.

Glanzpunkt der Nacht war das Quartett „The four SSSS” mit den Sängerinnen Sheila Jordan und Sabine Kühlich, die ganz großen Jazz in die Schlosskapelle brachten. Die beiden haben das gewisse Etwas, das aus der breiten Masse hervorsticht. Ihre Zuneigung zum Jazz kommt auf der Bühne zum Ausdruck, sowohl mit ausdrucksstarken Balladen wie spritzigen Stücken, die durch Swing und Latin beeinflusst sind. Nahtlos und gefühlvoll unterstützt wurde das Damen-Duo von Stefan Michalke (Piano) und Stefan Werni (Bass). Ihr wunderbares Klangbild konnte sich in der herrlichen Akustik und Atmosphäre der Schlosskapelle voll entfalten.

Wie ein Maler mit Farben, so jonglieren Charles Davis und sein Quintett „Four or more flutes” mit Tönen. Mit fünf Flötisten aus vier Ländern ist die Formation eine der wenigen reinen Jazz-Flötenbesetzung Europas. Von der Piccolo- bis zur Kontrabassflöte ist alles zu hören. Von witzigen Ausflügen über meditative Klangteppiche bis zu kniffligen fünfstimmigen Tonläufen setzten sie ihrem Ideenreichtum keine Grenzen. „Jülich hat ein schönes Festival mit einem aufmerksamen Publikum”, betonte der australische Virtuose Charles Davis nach dem Auftritt.

Das Ensemble „Tango Fuego” machte seinem Namen alle Ehre, verzauberte das Publikum mit argentinischen Klängen, die wild und feurig sind, aber auch melancholische Emotionen entfachten. Mit Gesang, Bandoneon, Violine, Piano und Bass ist die Formation der großen Tradition des Tangos verpflichtet. Als Sahnehäubchen tanzten Lorena und Daniel Ferro Tango mit Leidenschaft, was immer wieder den Applaus des Publikums herausforderte.

Als Vorspeise servierte der Jazzclub „hot jazz” und „Dixieland” a la „Aix Dixie Connection”. Die Band besteht aus internationalen Spitzenmusikern des traditionellen Jazz , die beweist, dass dieser Musikstil keine Grenzen kennt. Zum Abschluss wehte ein Hauch Karibik durch die Nacht, den die Formation „Son de Colonia” entfachte. Kubanische Boleros, Guarachas, Son - also die Musik von „Buena Vista Social Club” - spielte die Combo aus der Kölner Südstadt. Um ihre Sängerin Maria Motjer rankte sie ein Geflecht aus gefühlvollen und heißen lateinamerikanischen Rhythmen. „Euer Applaus ist gut für uns und unsere Musik”, dankte sie den Jazzfans.