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Jülich/Aachen: Kinder erleben Physik von Farbe und Licht

Jülich/Aachen : Kinder erleben Physik von Farbe und Licht

Das Blaue vom Himmel verspricht Dr. Eberhard Graffmann nicht. Vielmehr will er versuchen, die physikalische Phänomenologie von Farbe ein wenig verständlicher zu machen.

„Das ist schließlich alles keine Hexerei”, schmunzelt der pensionierte Physiker. Die Gelegenheit dazu ergreift er bei der Ausstellung „Echt Farbe” im Aachener Ludwig Forum.

Der künstlerische Part der Schau wird ergänzt durch Einsichten in die Stofflichkeit, Theorie und Systematik von Farben. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Kinder im Alter von circa acht bis zwölf Jahren, ältere „Kinder” sind aber auch herzlich willkommen.

Die Aufgabe, den interessierten Besucher beim Durchblick durch das physikalische Geflecht von Farbe und Licht zu helfen, hat Dr. Graffmann von einem Kollegen übernommen. Ursprünglich hatte Museumspädagogin Irmgard Gercke Prof. Hans Conrads aus Stetternich darauf angesprochen. Da der Professor kurzfristig ausfiel, springt nun Dr. Graffmann in die Bresche.

Dem Wissenschaftler, der früher am Institut für Plasmaphysik des Jülicher Forschungszentrums (FZJ) tätig war, stehen zur Veranschaulichung der so komplexen Materie einige kleine Experimente zur Verfügung, die von Mitarbeitern der RWTH Aachen aufgebaut wurden.

Dazu schöpft er aus dem eigenen Versuchsfundus. „Manche Sachen sind nicht so einfach zu verstehen, auch für Physiker nicht”, erläutert der 66-Jährige die Problematik.

So war nicht umsonst lange unklar, was Licht denn eigentlich ist. Besteht Licht aus Teilchen, aus Wellen oder aus beidem? Einfache Experimente zum Thema zu finden gestaltet sich entsprechend schwierig. Dr. Graffmann hat dennoch einiges in seinem Repertoire.

Nicht nur anhand des bekannten Prismas, in dem das Licht gebrochen wird, kann er erstaunliche Effekte sichtbar machen. Mit Hilfe einer „Lichtmühle” wird sichtbar, dass die Strahlung vornehmlich aus einem besteht: aus Wärme.

Die Rotorblätter der Mini-Windmühle im Vakuum-Glas setzen sich bei der Bestrahlung mit einer Taschenlampe wie von Geisterhand in Bewegung. Gleiches geschieht auch beim „Hand auflegen”. Natürlich hat er auch mit optischen Täuschungen zu tun: „Man darf seinen Augen nicht trauen. Das ist für Physiker das täglich Brot”, so Graffmann.

Das Gehirn spielt dem Menschen schnell einen Streich, wenn es mit Hilfe von Erfahrungswerten ungewöhnliche Sichtweisen einfach ausgleicht. Der Experte freut sich schon auf viele neugierige Fragen: „Hauptsache, das Interesse ist da. Viele Leute sind heutzutage einfach zu technikgläubig.”

Wer den Erläuterungen von Dr. Eberhard Graffmann lauschen und die Experimente sehen möchte, hat dazu am Samstag, 31. Januar, und Freitag, 6. Februar, jeweils um 15 Uhr Gelegenheit.

Pro Kind sind lediglich die Eintrittskosten in Höhe von 1,50 Euro zu entrichten. Auch Erwachsene sind willkommen. Weitere Informationen und Anmeldungen beim Ludwig Forum: 0241/ 1807-141 bzw. 1807-113.