KG Maiblömche inthronisiert ein neues Dreigestirn in Lich-Steinstraß

Ersehnter Start in fünfte Jahreszeit : Der „Wahnsinn“ bei den Maiblömche

Prinz Harald (Garding), Bauer Udo (Wolff) und Jungfrau Georgina, alias Jörg Kirfel, herrschen nun im Möhnewinkel.

Am 11.11. und an den zeitlich nahen Wochenenden ist das lange Warten für die Karnevalsgesellschaften im närrischen Rheinland endlich vorbei. „Ett jeht widder loss“ heißt es zum Sessionsauftakt. Dieser muss natürlich ausgiebig gefeiert werden. Besonders dann, wenn wie bei der KG Maiblömche in Lich-Steinstraß mit der Einsetzung neuer Senatoren, Ehrungen und der Inhronisierung eines neuen Dreigestirns Höhepunkte auf dem Programm zur Sessionseröffnung stehen. Zur Auflockerung und zum Anheizen der Stimmung wurde den Jecken im Festzelt bei freiem Eintritt ein buntes karnevalistisches Rahmenprogramm geboten. Angeheizt vom formidablen Mario Baus, der schon seit vielen Jahren bei Sitzungen mit seiner Musik und kölschem Gesang zwischen den Auftritten die Stimmung hoch hält, ließen sich die Besucher nicht lange bitten. Immer wieder griff auch Mai­blömche-Präsident Mike Schmitz zum Mikrofon, den die kurz zuvor erfolgte Ernennung zum Ehrenpräsidenten sichtlich beflügelte.

Der Dank der KG an ihren Mike, der sich wahrlich um den Verein verdient gemacht hat, findet sichtbaren Ausdruck in der Gestaltung des mit einem Porträt des Geehrten verzierten Sessionsordens. Beim lauten positiv-krawalligen Vortrag der Oberzierer HuBra, übersetzt Huddel un Brass, ging die Post ab, die Begeisterung schwappte über. Als das ur­kölsche Reiterkorps Jan von Werth in Regimentsstärke auftrat, geriet selbst die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwanken. „Einfach großartig“, lautete die einstimmige Meinung der Zuschauer beim Anblick dieser farbenprächtigen Demonstration kölscher Traditionsvereine im Karneval.

Eine besonders nette Geste der Truppe war die Bildung eines musikalischen Spaliers zum Einzug des zu proklamierenden Dreigestirns. Axel Fuchs, seines Zeichens Bürgermeister, FC Köln Fan und an diesem Abend in erster Linie Vollblutkarnevalist hatte sichtlich Spaß an seinem Amt als Proklamator. Es ist zu vermuten, dass Fuchs die Bedeutung des lateinischen Verbs „proclamare“ bekannt ist, das in der Übersetzung ausrufen / verkünden / schreien heißt. Seine Einführung der Tollitäten geriet auf jeden Fall zu einem lautstarken Spaß für alle Beteiligten.

Angeführt wird das Trifolium von Prinz Harald (Garding), dem der Karneval schon mit der Geburt mitten in einer Session in die Wiege gelegt worden ist. Besonders am 23. Februar 2019 darf man – vielleicht mit einem Freibier - auf ihn anstoßen, wenn er seinen 50. Geburtstag feiern wird. An seiner Seite steht Bauer Udo (Wolff), der als Aquarianer mit kleinen und großen Fischen umzugehen weiß und als Fan der Rock­abilly-Musik den schwungvollen Rhythmus im Blut hat. Als „Datt Schönste, watt mer hann“ wird die Jungfrau gerne bezeichnet. Mit Georgina, alias Jörg Kirfel, beweisen die Maiblömche, dass da irgend etwas dran sein muss. Bemerkenswert ist die Freude von Georgina am Pilgern, und zwar als Präfekt einer Bruderschaft nach Heimbach und als Dauerkartenbesitzer des 1. FC Köln nach Müngersdorf. Als Mann mit dem Koffer voller Geld (das man selten zu sehen bekommt) wacht Prinzenführer Wilfried Heinrichs darüber, dass seine Leute nicht über die Stränge schlagen.

Mit ihm hat man ein extrem seltenes Exemplar an Land gezogen, zittert er doch zugleich mit dem FC Köln und den Mönchengladbacher Borussen um Bundesligapunkte. „Das ist absoluter Wahnsinn, was ihr hier veranstaltet“, machte Proklamator Fuchs den Verantwortlichen, aber auch den Jecken im Festzelt ein Riesenkompliment. Frisch proklamiert schloss sich das Dreigestirn dem Dank an alle an, die sich in Lich-Steinstraß und Umgebung um das jecke Brauchtum verdient machen. Prinz Harald erwähnte dabei besonders die Dreigestirns-Ehefrauen, ohne die das alles für die Tollitäten gar nicht möglich sei.

(jago)