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Jülich: Kernfusion: Mehr Infos benötigt

Jülich : Kernfusion: Mehr Infos benötigt

Die niederländische Ministerin für Unterricht, Kultur und Wissenschaften, Maria van der Hoeven, besuchte im Forschungszentrum Jülich das Institut für Plasmaphysik und dort das Kernfusionsexperiment Textor.

Seit 1996 besteht eine enge Kooperation der Jülicher Fusionsforscher mit ihren Partnerinstituten in den Niederlanden und Belgien: Das „Trilaterale Euregio-Cluster” (TEC) betreibt Textor gemeinsam und steht als erfolgreiches Modell für international geplante Schritte auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerk, etwa für ITER: ein Experiment, das erstmals 500 Millionen Watt Fusionsleistung erzeugen soll.

Enge Zusammenarbeit

ITER wird von Europa, USA, Russland, China, Japan und Korea in enger Zusammenarbeit entworfen. Eine Entscheidung über den Bau des vier Milliarden Euro teuren ITER steht in den nächsten Monaten an.

Die Verschmelzung (Fusion) von Wasserstoff zu Helium ist der Prozess, aus dem die Sonne ihre Energie gewinnt.

Ziel intensiver Forschung ist es, diese Art der Energiegewinnung auch auf der Erde zu nutzen. Am Forschungszentrum Jülich wird dazu das Kernfusionsexperiment Textor betrieben.

Wichtige Beiträge

Die niederländische Ministerin war besonders an den Arbeiten der in Jülich an Textor forschenden rund 30 niederländischen Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker interessiert: Ein Experiment zur Aufheizung von Fusionsmaterie mit einem Mikrowellengenerator einer Leistung von einer Million Watt und ein Hochleistungs-Laserstreusystem zur Bestimmung der Temperatur der in Jülich bis zu 50 Millionen Grad heißen Fusionsmaterie stellen wichtige Beiträge des TEC zur Fusionsforschung dar.

Prof. Niek Lopes Cardozo, Leiter der niederländischen Gruppe, zeigte die Fusion Road Show: eine locker aufgemachte Einführung in die Kernfusion und die schwierigen Probleme einer langfristigen, sauberen Energieversorgung.

Die Fusion soll dazu einen maßgeblichen Beitrag leisten. Experimente mit Mikrowellen und Zaubereien mit Plasmen im Stil einer Varieté-Show rundeten die Sache ab. Das müsste man allen Politikern in Parlament und Regierung vorführen, meinte Ministerin van der Hoeven, die eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für die Kernfusion für absolut notwendig hält: Entscheidungsträger seien zu oft nicht ausreichend informiert.