Jülich: Kennenlernen, Vorurteile abbauen: Christlich-Islamischer Gesprächsabend

Jülich : Kennenlernen, Vorurteile abbauen: Christlich-Islamischer Gesprächsabend

Es wäre der falsche Weg, wenn die Gutwilligen in Deutschland Angst vor kultureller und religiöser Überfremdung durch den Islam schürten und sich im Stil der Rechtsextremen wehrten. Um auf einer bewohnbaren Erde und in einem friedlichen Land leben zu können, geht es nur mit „gegenseitigem“ Kennenlernen und Verstehenwollen — sicher auf der Grundlage des uns überkommenen demokratischen und christlich religiösen Lebens, schreibt Pfarrer Dr. Peter Jöcken. Diese Voraussetzung stehe auch bei vielen schon lange bei uns lebenden Muslimen gar nicht zur Diskussion.

Das habe auch der vergangene christlich-islamische Gesprächsabend gezeigt, bei dem die einzelnen Teilnehmenden in ganz persönlicher Art den Sinn der vierteljährlichen Treffen formulierten: Wir — Christen, Muslime und Nichtgläubige — wollen uns gegenseitig besser kennenlernen, um gegenseitige Vorurteile abzubauen und ein gemeinsames, von gegenseitiger Achtung geprägtes Deutschland aufzubauen.

In diesem Sinne wird auch die derzeitige Beschäftigung mit dem faszinierenden Buch des muslimischen Deutsch-Iraners Navid Kermani „Ungläubiges Staunen — Über das Christentum“ gesehen, für das der Verfasser 2015 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten hat.

Der Kreis trifft sich das nächste Mal am Mittwoch, 15. März, um 20 Uhr im Jülicher Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30. Diesmal soll es um die Buch-Abschnitte „Petrus“ (der Apostel), „Bernhard“ (von Clairvaux) und „Franziskus“ (von Assisi) gehen. Gerade dem letzteren hat Kermani in seinem Schlussaufsatz „Freundschaft“ ein rührendes Denkmal gesetzt.

Der Kreis lädt alle Interessierten herzlich zum vertiefenden Kennenlernen des jeweils anderen — und auch des eigenen — Glaubens ein.

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