Jülich: Kein Blockheizkraftwerk vor dem Bodendenkmal

Jülich: Kein Blockheizkraftwerk vor dem Bodendenkmal

Der Protest von sieben Jülicher Vereinen hatte Erfolg. Der neben dem Hallenbad und gleich vor der Stadtbastion St. Jakob geplante Neubau eines Blockheizkraftwerkes wird „verschoben“ — im wahrsten Sinne des Wortes. Die stattliche Investition der Stadtwerke Jülich — in Rede stehen etwa 1,8 Millionen Euro — soll es dennoch geben, allerdings an einem benachbarten Ort, der den Blick aufs Bodendenkmal nicht verstellt.

Dezernent Martin Schulz informierte jüngst den Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen: Bei einem Ortstermin mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege, den Stadtwerken, den Jülicher Vereinen und der Ortsvorsteherin „wurden zwei Alternativstandorte für das Blockheizkraftwerk ins Auge gefasst“.

Der etwa 200 Quadratmeter große Bau einer Wärmeerzeugungsanlage, wie es im Fachjargon heißt, soll nun entweder auf der gegenüberliegenden Seite der Bongardstraße auf einer kleinen Wiese errichtet werden, wo sich eine kleine Wiese befindet. Oder aber das Bauwerk wird in Richtung der Hallenbad-Parkplätze verschoben.

Jürgen Laufs (Bündnisgrüne) wollte es genau wissen: „Der ursprünglich geplante Standort kommt also nicht mehr in Frage?“ Schulz bejahte, und Ausschussvorsitzender Erich Gussen (CDU) konkretisierte: „Die Stadtwerke müssen sich mit den Standorten auseinandersetzen.“ Der Bereich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich nämlich im Besitz des Kreises Düren. Bei einem ersten Gespräch habe man im Kreishaus Kooperationsbereitschaft erkennen lassen.

In einem offenen Brief hatten — wie berichtet — sieben städtische Vereine, die sich auch und vor allem den historischen Wurzeln Jülichs verpflichtet fühlen, gegen den Kraftwerksstandort protestiert. Die erkennbaren Reste der Stadtbefestigung mit ihrem Grüngürtel im Ellbachbogen bildeten das einstige Vorfeld der Festung. Demnach hätte sich eine technische Anlage vor der Stadtbastion im „besonders sensiblen und attraktiven Denkmalbereich Jülichs“ befunden. Das wurde abgewendet.

Der Ausschuss vernahm außerdem die Information, dass der Heimatverein Lich-Steinstraß auf eigene Kosten einen Brunnen auf dem Matthiasplatz — im Bereich des jetzigen Findlings — errichten lassen will.

Der Verein, so die Mitteilung der Verwaltung, finanziere auch die Pflege und Herrichtung.

(-vpu-)
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