Karneval in Jülich: Lazarus Strohmanus feiert 29 mal 11 Jahre

Sessionseröffnung in Jülich : Lazarus Strohmanus feiert 29 mal 11 Jahre

Traditionell wurde mit der doppelten Sessionseröffnung in der City offiziell der Karneval in der Herzogstadt eingeläutet. Das Event startete auf Einladung der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus am Lazarusbrunnen in der Kleinen Kö.

Die St. Jakobus-Blaskapelle Warden spielte Karnevalslieder querbeet, darunter „Viva Colonia“, „Jetzt trink m‘r noch a Flascherl Wein“ oder Marsch-Medleys. Das von der Sparkasse Düren gesponserte Fässchen schlug auf Einladung des neuen Lazarus-Präsidenten David Ningelgen Ehrenkappenträger Luc Ray an. „Was steht uns bevor? Wir feiern unser 319. Bestehen, 29 x 11 Jahre. Alle Jubeljahre sollte man es mal so richtig krachen lassen“, blickt der Präsident auf eine ausgiebig gefeierte Session – sogar mit Festkommers, der am kommenden Samstag, 24. November, in der Stadthalle begangen wird.

Immer mehr Gäste aus allen Jülicher Karnevalsvereinen und der Jülicher Bevölkerung versammelten sich um den Lazarusbrunnen, es herrschte reger Austausch. Kurz vor elf zog die versammelte Gesellschaft feierlich durch die Kölnstraße zur Bühne auf dem Kirchplatz. David Ningelgen und Rursternchen-Präsident Peter Lonzen übernahmen den Begrüßungspart. Ningelgen stellte sich der jecken Schar noch einmal vor und bedauerte im gleichen Atemzug: „Ich habe es schon verrissen, es ist schon 11.12 Uhr“. Bürgermeister Axel Fuchs stellte die rhetorische Frage: „Was ist Straßenkarneval?“ und betonte zusammengefasst: „Er soll nicht nur schön aussehen. Leute, wir müssen frech sein. Seid laut den Mächtigen gegenüber“, wobei er selbstverständlich sich selbst mit einschloss.

„Et iss wärm“, setzte er nach, angesichts vieler Klagen über die kalte Witterung und motivierte zur unbeschwerten Fröhlichkeit. In diesem Zusammenhang zitierte Lonzen den englischen Schriftsteller Charles Dickens: „Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Gelächter und gute Laune“. „Maat üsch Freud“, forderte er die versammelten Jecken auf und fügte das Offensichtliche hinzu: „Das Brauchtum Karneval ist hier in unserer Vaterstadt äußerst hoch angesiedelt“.

Treffsicher schlägt Bürgermeister Axel Fuchs das von der Stadt gesponserte Fässchen an. Foto: Jagodzinska

Der für die Karnevalisten wichtigste Programmpunkt war die Vorabvorstellung des Jülicher Kinderdreigestirns 2019, das mit der Lazarus-Kindertanzgruppe und dem Festausschuss Jülicher Kengerzoch auf die Bühne zog – vor seiner Inthronisation. Deshalb verwendete Vorsitzender Peter Hintzen völlig untypisch die Zeitform des Futur: Prinz wird Jan I. (Schlader) sein, Prinzessin Lisa I. (Sussmann) und Bauer Jonas I. (Schlader).

Weitere Programmpunkte waren die singenden Dürener „Bremsklötz“, die flotten Tanzgruppen der Stadtgarde Jülich und die „Mini Starlights“ der RG Rursternchen“. Zum guten Schluss stimmte „Pflaumenflücken“ alias Bernd Flücken Heimatlieder an. „Karneval ist in unserer Zeit besonders wichtig, denn er bedeutet Heimat“, lautete ein treffender Kommentar aus den Zuschauerreihen.

(ptj)
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