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Jülich: Kaninchenjagd am Forschungszentrum

Jülich : Kaninchenjagd am Forschungszentrum

„De arte venandi cum avibus” - die Kunst mit Vögeln zu jagen - betitelte bereits im 13. Jahrhundert Staufenkaiser Friedrich II. sein Buch über die Falknerei, das bis heute ein Standardwerk für jeden Falkner ist.

Die Kunst mit Vögeln zu jagen, betreiben in der hiesigen Region etwa 15 praktizierende Falkner. Drei von ihnen rückten im Forschungszentrum Jülich einer regelrechten Kaninchenplage zu Leibe.

Aus dem Bau

Mit von der Partie war auch ein Frettchen, das die Langohren aus ihrem Bau jagt. Sobald dies passiert, steigt von der behandschuhten Faust des Jägers ein Habicht auf, der sich aus luftiger Höhe wie ein Blitz auf sein fliehendes Opfer stürzt, es mit seinen scharfen Fängen schlägt und tötet.

Es klappt allerdings nicht immer auf Anhieb, dass der fliegende Jäger seine Beute erwischt. „Die Chancen, dass das Kaninchen entkommt, stehen 50:50”, sagt Hans Dieter Heller, ein erfahrener Falkner, der mit seinen Jagdgenossen Hans und Jan Wimmer und drei Habichten den Kaninchen nachstellt.

Wenn das natürliche Gleichgewicht, zum Beispiel wie hier durch Kaninchen, aus den Fugen gerät, ist es unumgänglich, dass der Mensch reguliert und für einen gesunden Wildbestand sorgt. Besonders in Industrieanlagen, auf Friedhöfen und an anderen Orten, wo nicht mit der Schusswaffe gejagt werden kann, kommen die Greifvögel zum Einsatz um Schäden zu verhindern.

Obwohl die Falkner einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und Erhaltung leistet, ist die Falknerei in den letzten Jahren nicht unumstritten. Für die einen ist es Kulturgut und „die fairste Jagdart schlechthin”, für die anderen ist sie mit dem Naturschutz und Tierschutzgedanken nicht vereinbar.

Die Falknerei ist eine Passion, die viel Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert, denn die rasanten Flieger sind beileibe keine zahmen Haustiere. Mit einem Habicht, Steinadler, Bussard oder einem Wanderfalken umzugehen, ist gar nicht zu einfach.

Streng geregelt

Allerdings ist keine Tierhaltung so streng gesetzlich geregelt, wie die von Greifvögel für die Beizjagd. Um die Beizjagd überhaupt ausüben zu können, müssen Interessenten gleich zwei Prüfungen ablegen, sowohl die Jäger- als auch die Falknerprüfung der tiergerechte Umgang und Haltebedingungen sind durch den Gesetzgeber streng geregelt.

In Deutschland, den Niederlanden, England und Frankreich erfreut sich die Beizjagd wachsenden Zuspruch, Hans Dieter Heller glaubt das sie auch weiterhin eine Zukunft hat.