Kreis HeinsbergJülich: Kampagne hat begonnen: Rüben rollen bis Anfang Januar

Kreis HeinsbergJülich: Kampagne hat begonnen: Rüben rollen bis Anfang Januar

Offiziell begann die Annahme von Zuckerrüben bei der Jülicher Zuckerfabrik zum Start der Kampagne zwar am Montag, doch um die EDV-Anlage nach einer Systemumstellung zu testen, erfolgte bereits am Freitag ein Probelauf mit 80 Fahrzeugen, die rund 2000 Tonnen Rüben angeliefert haben, um beim Zusammenspiel aller Komponenten am Wochenende noch nachsteuern zu können.

Bereits seit zehn Tagen arbeitet die Fabrik, die in der so genannten Vorkampagne zunächst den restlichen Dicksaft aus dem vergangenen Jahr zu Weißzucker verarbeitet hat. Inzwischen ist mit der Verarbeitung frischer Rüben begonnen worden. So dürfte sich am Dienstag die charakteristische Wolke von weißem Wasserdampf über dem Werk zeigen, die bei der Trocknung der Rübenschnitzel entsteht.

Heinz Leipertz, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung im Werk Jülich, schätzt, dass an insgesamt gut 100 Kampagnentagen 65.000 bis 70.000 Fuhren mit den süßen Knollen auf den Rübenhof rollen, von wo aus die Feldfrüchte in Schwemmkanäle gelangen, in denen sie in die Fabrik schwimmen. „Wir haben einen Zuckergehalt von durchschnittlich knapp 16 Prozent, Das ist ein guter Wert zum Kampagnenstart“, sagt Leipertz, der eine Erntemenge von rund 1,55 Millionen Tonnen Zuckerrüben erwartet. Das sind rund 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, als knapp 90.000 Fuhren die Fabrik in der Herzogstadt ansteuerten.

Im Jülicher Werk der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln, immerhin drittgrößter deutscher Produzent von Zuckerprodukten für Haushalt und Industrie, werden indes in der gerade gestarteten Kampagne nicht allein Zuckerrüben der eigenen Vertragslandwirte verarbeitet. Zusatz-Tonnage kommt aus dem südlichen Anbaugebiet des Schwesterwerks in Appeldorn im Bereich Mönchengladbach/Krefeld, sowie von den niederländischen Nachbarn aus Südlimburg, für die Jülich als Dienstleister tätig wird und somit die eigenen Verarbeitungskapazitäten besser auslastet, was zu einem effizienteren Einsatz von Energie und Maschinen führt.

Zwar ist der Vorderbetrieb der Fabrik mit Rübenannahme und -wäsche am Montag erst langsam angelaufen, doch im weiteren Betrieb werden in Jülich im Schnitt 650 Tonnen Zuckerrüben pro Stunde verarbeitet, in der Spitze bis 700 Tonnen/Stunde.

Das Roden, Reinigen, Laden und Transportieren der Rüben übernehmen die Maschinenringe Rheinland-West und Neuss-Mönchengladbach/Gilbach sowie weitere Erntegemeinschaften, die den ganzen Tag über die Fabrik kontinuierlich beliefern. Selbstanlieferer, die ihre Fuhre persönlich nach Jülich bringen, sind nur noch eine ganz kleine Gruppe, die rund sieben Prozent der Vertragslandwirte ausmacht.

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