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Jülich: Kakteenexperte freut sich über die Blüten seiner „Königin der Nacht”

Jülich : Kakteenexperte freut sich über die Blüten seiner „Königin der Nacht”

Voller Stolz präsentierte unlängst der Kakteenliebhaber Winfried Cremerius die Blüten seiner „Königin der Nacht” (Selenicereus grandiflorus). Wie kommt man dazu, diese stacheligen Gesellen zu sammeln und zu züchten?

Cremeruis gilt in Fachkreisen als Kakteenexperte und beschäftigt sich seit mehr als 35 Jahren intensiv mit dieser Spezies. Aus Neugierde wurde Ehrgeiz.

Bei Urlaubsreisen an die Cote d´ Azur entdeckte der Jülicher wunderschöne Kakteenblüten und fand Gefallen an diesen Pflanzen. Hier und da kaufte er sich Kakteen, einige bekam er geschenkt. Die Stachelkugeln erweckten in ihm Experimentier- und Pioniergeist. „Kein Kaktus ist wie der andere”. So hat jeder seine eigene Schönheit, Formen und Stacheln unterscheiden sich vielfältig. Viele seiner inzwischen 350 bis 400 Kakteen stammen aus Südamerika und Spanien.

Eigens für die Kakteen baute Cremerius ein Gewächshaus, in dem sich die Pflanzen richtig wohl fühlen. Jeden Tag schaut er sich gründlich bei den Gewächsen um. Viele gute Eindrücke über den Gesundheitszustand der Pflanzen begeistern ihn ebenso wie der Blütenreichtum. Immer wieder erspäht er auch neue Knospen. Dass er gerne experimentiert, beweist der „eigene” Kakteennachwuchs.

Wenn Mutterpflanzen mit dem Blühen beginnen, werden sie gezielt bestäubt und es wird auf die Fruchtbildung geachtet. Aus den geernteten Samen entstehen, wenn alles gut geht, Keimlinge, die gehegt und gepflegt werden. Selbst im Urlaub packt ihn seine „Liebe” zu den Kakteen. Unterwegs sammelt der Züchter Samen, daheim bringt er diesen zum Keimen.

Einen großen Teil seiner Kakteen erwarb Cremerius an Kakteenbörsen, unter anderem in Krefeld, wo Liebhaber gerne ihre Zuchterfolge präsentieren und tauschen. In Laufe der vielen Jahre bildeten sich Freundschaften, bei denen ein reger Erfahrungsaustausch herrscht.

Seit 25 Jahren ist Cremerius Mitglied bei der Deutschen Kakteengesellschaft. Hier sammelt er nicht nur die Fachzeitschriften, sondern knüpft auch neue Kontakte zu „Gleichgesinnten”. Werden die Kakteen groß, wie seine „Königin der Nacht”, so baut er in seinem Gewächshaus ein Gerüst aus Holzstäben, um die Triebe zu stützen. Die Kakteen danken es ihm mit reichlicher Blütenvielfalt, deren Anblick jeden Blumenfreund fasziniert.