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Jülich: Junge Philharmonie überzeugt beim Finale

Jülich : Junge Philharmonie überzeugt beim Finale

Das Kammerensemble der Jungen Philharmonie Köln gastierte am Samstagabend in der gut besetzten Schloßkapelle. Die Musiker überzeugten mit ausdrucksreichem Spiel.

Eher verhalten jedoch begannen die Instrumentalisten den Abend mit dem Concerto grosso g-moll op.6 Nr. 8, dem „Weihnachtskonzert”, von dem italienischen Komponisten Arcangelo Corelli (1653-1713).

Hier wussten sie zwar in der gegebenen Form treffend zu spielen, allerdings (noch) nicht zu überzeugen. Das lag nicht unwesentlich an dem bisweilen hölzernen Zusammenspiel der ansonsten - jeder für sich betrachtet - hervorragenden Virtuosen. Dieses Manko sollte den Abend auch ein wenig begleiten.

So galt dies auch für das „Konzert A-Dur für Violoncello und Orchester” von Antonio Vivaldi (1678-1741), das die Musiker im italienischen Kontext bleibend anschlossen. Im öffnenden „Allegro”-Satz kamen die atemberaubenden Linien von Solocellist Lev Abramov nicht immer aus einem Guss mit den übrigen Stimmen, was natürlich nicht unwesentlich an der technischen Herausforderung gelegen haben mag, die das Stück stellt.

Im folgenden „Adagio” fanden die Musiker der Jungen Philharmonie Köln zu einem wohlklingenden Duktus, in dem sie besonders den Ton der einzelnen Instrumente durch ihr Spiel in den Vordergrund stellten.

Ähnliches gelang ihnen in dynamischer Hinsicht beim dieses Konzert beschließenden „Allegro”.

Das folgende „Konzert A-Dur für Klarinette und Orchester, KV 622” Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) stellte wohl unbestreitbar den Höhepunkt des ersten Teils dar.

Diese Leistung wurde vom Publikum entsprechend honoriert.

Vom zunehmend virtuos gespielten „Allegro” bis zum nahezu perfekten (wenn es so etwas geben sollte) Schlusssatz fanden Solist Raphael Schwarzstein und seine Mitmusiker zu einer Form, die die Komposition in purer Leichtigkeit dahinfließen ließ.

Beim „Nocturne” von Antonin Dvorák (1841-1904), dem ersten Stück nach der Pause, schienen die Musiker dieses Geschick allerdings wieder ein Stück weit verloren zu haben, denn hier wussten sie nicht unbedingt zu überzeugen.

Bei der „Ouvertüre h-moll für Flöte und Orchester, BWV 1061” von Johann Sebastian Bach (1685-1750) zum Abschluss mit dem schon mehr als berühmten Schlusssatz liefen die Musiker des Kammerensembles der Jungen Philharmonie Köln allerdings wieder zu Höchstform auf.

Besonders Yevgeni Cherednichenko faszinierte mit seinem solistischen Flötenspiel, das auch die anderen Musiker zu beflügeln schien. So brachten sie Bachs Formenspiel zu einem Wohlklang, der die vielen Jahrhunderte, die zwischen der Entstehung der Musik und heute liegen, in Vergessenheit geraten ließ.

Insgesamt fanden die Musiker der Junge Philharmonie Köln damit einen stimmigen Abschlussakkord zu einem Abend, der von allen Beteiligten wohl als ein kurzweiliges Vergnügen angesehen werden wird.