Jülich: Jugendförderprogramm: Thema „Erwachsen werden“

Jülich: Jugendförderprogramm: Thema „Erwachsen werden“

Lehrer sind mehr denn je gefragt, erzieherisch tätig zu sein. Multimedialität und Multikulturalität führe zu wachsender Verunsicherung — nicht nur bei Jugendlichen, sagt Dr. Matthias Henkel, Leiter des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung (ZSL) zum Auftakt des dreitägigen Jugendförderprogramms „Lions-Quest — Erwachsen werden“.

Insbesondere Lehrer seien gefordert, wenn es um Antworten gehe, wie das eigenen Leben in die Hand genommen und in eine gewünschte Richtung gelenkt werden kann. Lions-Quest bietet hier einen Leitfaden.

Der Lions-Club Euskirchen-Nordeifel engagiert sich auf diesem Gebiet und veranstaltet in den Räumlichkeiten und in Zusammenarbeit mit dem ZSL das Programm Lions-Quest mit Mastertrainer Fré Steen. Die Veranstaltung in Jülich richtet sich an Lehramtsanwärter, die einen umfassenden Fundus erhalten, den sie dann in ihre Schule weitertragen.

Das Programm beinhaltet zentrale Themen der Erziehung, zielt darauf ab soziales und emotionales Lernen in den Vordergrund zu stellen, erklärt Volker Schwinn, ehemaliger Schulleiter des Klara-Fall-Gymnasiums in Schleiden und Beauftragter für Lions-Quest im Lions Club Euskirchen-Nordeifel. Das Ziel ist es, die Persönlichkeit der Zehn- bis 15-Jährigen zu stärken. Was will ich? Was sind meine Werte?

Der Kurs bietet Methoden und Bausteine zum Umgang mit den Eltern oder der Lerngruppe, vermittelt, wie Kommunikation funktioniert. Oder: Was passiert, wenn ich den anderen nicht wertschätzend behandele, wie fühlt sich das an? Auch Perspektivwechsel gehören zum Konzept und schulen die Wahrnehmung.

Lions Quest wird jährlich evaluiert. Jeder Teilnehmer erhält einen Ordner. Im Idealfall wird Lions-Quest pro Woche einstündig unterrichtet. In Folge gebe es weniger Disziplinprobleme, die Schüler müssten weniger zurechtgewiesen werden. Der Unterricht könne zügiger durchgeführt werden.

Der Lions Club Euskirchen-Nordeifel trägt den überwiegenden Teil der Kosten. Lediglich eine kleine Restsumme muss von den Teilnehmern finanziert werden. Der Kurs ist restlos ausgebucht. Martina Wortmann, Referendarin am Gymnasium Zitadelle, ist froh dabei sein zu können, sagt, dass sie alles mitnehmen möchte, was möglich ist, damit ihre Stellensuche einfacher wird.

Lehramtsanwärterin Iris Kern ist das Programm aus dem Kollegenkreis bekannt. Sie ist begeistert, wie gut es ankommt. Referendarin Sarah Wirtz möchte das Konzept in einer Inklusionsklasse umsetzen.

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