Jülich: Jugend-Fahrradturnier: Parcours so verkehrsnah wie möglich

Jülich: Jugend-Fahrradturnier: Parcours so verkehrsnah wie möglich

„Wir haben über die letzten Jahre festgestellt, dass die Kinder die Fahrräder immer schlechter beherrschen“, sagte Hartmut Dreßen, Vorsitzender der Verkehrswacht Jülich, beim Jugend-Fahrradturnier am Mädchengymnasium in Jülich.

Die Verkehrswacht Jülich ist, in Zusammenarbeit mit dem ADAC, Veranstalter des Turniers. „Dabei ist der Hauptsinn dieses Turniers, die Kinder verkehrssicherer zu machen“, sagte Dreßen, der mit vier weiteren ehrenamtlichen Helfern der Verkehrswacht als Punkterichter fungierte. Der 200 Meter lange Parcours mit acht Stationen, den die 18 teilnehmenden Kinder mit den Fährrädern bewältigen mussten, war daher so aufgebaut, „dass es so verkehrsnah wie möglich ist“, erklärte Dreßen.

Zuvor hatte es bereits drei Vorturniere in Jülich, Aldenhoven und Huchem-Stammeln gegeben, bei denen sich die Kinder für dieses Finalturnier qualifizieren konnten. Um eine Chancengleichheit zu gewährleisten, wurden die Kinder in drei Wertungsgruppen — getrennt nach Jungen und Mädchen — aufgeteilt. In der Gruppe eins fuhren die Acht- und Neunjährigen, in Gruppe zwei die Zehn- und Elfjährigen und in Gruppe drei die 12 bis 15-Jährigen.

Vor der Finalrunde durften die Kinder jeweils zwei Proberunden durch den Parcours fahren, nachdem ihre Fahrräder einer Fahrradkontrolle unterzogen wurden, um die Verkehrstauglichkeit der Fahrräder zu prüfen. Zudem wurde darauf geachtet, dass alle Kinder einen Helm tragen.

Angefangen wurde mit dem Anfahren, bei dem die Kinder darauf achten mussten, vor dem Losfahren über die linke Schulter nach hinten zu schauen. Dann ging es über ein schmales Spurbrett, bei dem die Kinder das Gleichgewicht halten mussten, gefolgt von einem Kreisel, bei dem die Kinder eine Kette in der linken Hand halten mussten, eine Runde im Kreis fuhren und dabei die Kette nicht auf den Boden schleifen lassen durften. Anschließend mussten sie durch einen Achter-Kurs fahren, der mit Klötzchen aufgebaut wurde. Diese durften nicht umgestoßen werden, weshalb es wichtig war, mit der passenden Geschwindigkeit zu fahren. Danach folgte ein Schrägbrett, auf dem die Kinder die Spur halten mussten.

Als sechste Station gab es den Spurwechsel: Dort mussten die Kinder eine Spur entlangfahren, sich dabei umdrehen und sich eine Zahl merken, die sie am Ende des Parcours den Punkterichtern mitteilen mussten, dann ein Handzeichen geben und auf die leicht versetzte linke Spur wechseln. Im Anschluss ging es noch durch einen kleinen Slalom, bei dem die Kinder die Stange nicht auslassen oder berühren durften, um danach mit Tempo noch einen Bremstest als letzte Station zu absolvieren. Dort mussten die Kinder ihre Fahrräder in einem bestimmten Bereich sicher zum Stehen bringen.

Jeder Fehler, der gemacht wurde, wurde mit Strafpunkten versehen. Daher war es den Verantwortlichen wichtig, dass die Kinder nicht durch den Parcours hetzen, sondern behutsam und mit Bedacht fahren. Nur die letzten beiden Stationen gingen auf Zeit, da bei Punktgleichheit die Zeit ausschlaggebend für den Sieg war. Am Ende gab es fünf glückliche Sieger, die im Herbst beim Regionalturnier antreten dürfen. In der Gruppe eins gewann Jonas Hoegen aus Niederzier bei den Jungen und Teresa Kümmerle aus Jülich bei den Mädchen. In Gruppe zwei waren Linus Borell und Angelina Küppers aus Jülich erfolgreich.

In Gruppe drei hieß der einzige Sieger Marc Lexutt aus Jülich, da in dieser Altersgruppe keine Mädchen am Start waren. Obwohl nur die Sieger am Regionalturnier teilnehmen dürfen, ging jedoch keiner leer aus. Für die ersten drei Plätze gab es jeweils eine Plakette aus Gold, Silber und Bronze; die restlichen Teilnehmer bekamen eine Urkunde. Zum Abschluss hatte Hartmut Dreßen noch einen Tipp für alle Eltern: „Zu große Fahrräder sind eine Gefahr für die Kinder, da sie oft unsicher auf solchen Fahrrädern fahren. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber eine Nummer kleiner kaufen.“

(sas)