Jülich: Jülicher Wolfsgehege soll größer werden

Jülich: Jülicher Wolfsgehege soll größer werden

Wer mit den Wölfen heulen will, der hat dazu vielleicht bald in Jülich die Möglichkeit. Denn im Brückenkopf-Park gibt es ehrgeizige Pläne rund um die Wölfe. Das Gehege soll nicht nur erweitert werden. Chef-Pfleger Henri Fischer hat die Idee von einem Begegnungsraum mit den Tieren.

Der Raum soll in das vergrößerte Gehege eingebaut werden, die Tiere sind nur noch von einer Panzerglasscheibe von den Besuchern getrennt. „Wir haben die Idee, dass Besucher hier sogar eine Nacht verbringen können“, sagt Fischer. Eine Nacht unter Wölfen also, in der man mit ihnen buchstäblich heulen kann. Denn die Tiere heulen häufig in der Nacht. Das sagt Fischer. „Es ist ergreifend zu beobachten, wie aktiv die Wölfe in der Nacht sind“, berichtet er aus eigener Erfahrung.

Fix ist bei den tierischen Plänen im Brückenkopf-Zoo noch nichts. „Wir warten beispielsweise noch auf die Genehmigung der Forstbehörde“, sagt Park-Geschäftsführerin Dr. Dorothee Esser-Link. Auch die Finanzierung, die über Sponsorengelder laufen soll, steht noch nicht. Die Absicht gibt es aber auf jeden Fall, den Zoo für Besucher attraktiver zu machen. „Unser Zoo-Team um Henri Fischer macht einen tollen Job. Sie haben großartige Ideen“, sagt Esser-Link.

Eine Idee: Das Gehege für die Wölfe soll größer werden. Bisher haben die zwei knapp eineinhalb Jahre alten Jungtiere und die 14 Jahre alten Alttiere rund 2000 Quadratmeter Platz. „Die Vorschriften des Gesetzgebers erfüllen wir damit“, sagt Fischer. Trotzdem, auch, weil es immer wieder Kritik gegeben hat, dass die Wölfe zu wenig Platz haben, soll das Gehege größer werden. Ins Auge gefasst haben Fischer und sein Team das Waldstück, das unmittelbar an die Wölfe angrenzt. Wenn alles klappt, dann wächst das Gehege auf rund 6000 Quadratmeter. Und dann soll auch Platz sein für den Begegnungsraum.

Dann wäre sogar Platz, ein kleines Wolfsrudel anzusiedeln. Die Idee ist noch ein Stück weiter entfernt. Solange die Alttiere leben, ist das nicht möglich. Sie werden im Gehege mit einem Zaun von den zwei jungen Wölfinnen getrennt. „Wir denken auch nicht, dass es gelingt, die vier Tiere zusammenzuführen“, sagt Fischer. „Sie leben nebeneinander und das ist für alle vier Tiere in Ordnung.“

Die Wolfspläne sind noch Zukunftsmusik, auch, wenn sie laut Fischer so schnell wie möglich umgesetzt werden sollen. Realität wird in diesem Sommer das Känguru-Gehege. Der Zooverein, die Sparkasse Düren und die Aachener Bank haben das Projekt gefördert. Noch sind die hüpfenden Beuteltiere nicht da. Trotzdem erfreuen sie sich schon großer Beliebtheit, wie der Zooverein-Vorsitzende Dr. Markus Boner erklärt. Schon jetzt sei ein erster Pate für ein Känguru gefunden. Als Erfolg wertete Boner auch die neue Möglichkeit für Besucher, einen Teil der Tiere zu füttern.

Seit März gibt es Futtertüten zum Stückpreis von 50 Cent an den Park-Eingängen zu kaufen. In den ersten vier Wochen seien bereits über 1000 verkauft worden. „Wir waren selbst vom Erfolg der Futtertüten überrascht“, sagt Boner. „Aber es freut uns sehr, dass unser Angebot so gut ankommt.“

Weitere Projekte wie eine bessere Beschilderung und eine Verschönerung vieler Gehege will der Zooverein laut Boner ebenfalls anschieben, um die Attraktivität des Zoos und damit der gesamten Freizeiteinrichtung am Brückenkopf weiter zu steigern.

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