Jülich/Inden: Jülicher Unternehmen baut Energiespeicher-Großversuch in Inden

Jülich/Inden : Jülicher Unternehmen baut Energiespeicher-Großversuch in Inden

Das Jülicher Unternehmen Stornetic hat im Netzgebiet der RWE Power am Rande des Tagebaus Inden nach eigenen Angaben ein innovatives Schwungrad-Energiespeichersystem für einen Großversuch installiert.

Die aus 24 Schwungrad-Speichermaschinen bestehende Anlage „DuraStor250“ leiste im Rahmen des Förderprojekts „Quirinus“ einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze von morgen, wie das Unternehmen informiert. „Egal ob Privatperson oder Industrieunternehmen — wir alle haben ein äußerst großes Interesse daran, dass unsere Stromnetze auch in Zukunft stabil bleiben“, sagt Dr. Rainer vor dem Esche, Geschäftsführer von Stornetic.

„Wenn aber in Zukunft große Kraftwerke vom Netz gehen und immer mehr Windräder und Solaranlagen hinzukommen, führt die stärker werdende, schwankende Stromeinspeisung zu größeren Instabilitäten bei einer gleichzeitig zunehmend dezentralen Energieversorgung.“ Um stabile Netze zu gewährleisten, müssten zuverlässige Lösungen erarbeitet werden. Vor dem Esche: „Mit unserem Schwungrad-Speichersystem zeigen wir hierfür einen Lösungsweg.“

Der „DuraStor“-Energiespeicher besteht aus Schwungrädern, die auf eine Geschwindigkeit von bis zu 45.000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt werden können. Dabei wird aus elektrischer Energie mechanische Energie und umgekehrt. Bei der Rückgewinnung fungiert der Motor als Generator und erzeugt durch das Abbremsen des Rotors elektrischen Strom.

Entscheidend für den Einsatz zur Stromnetzstabilisierung sei dabei die geringe Reaktionszeit der Schwungräder. Damit können auftretende Leistungsschwankungen laut Stornetic sehr schnell ausgeregelt werden.

Virtuelles Flächenkraftwerk

Im Netzgebiet der RWE Power AG kommt die von Stornetic gelieferte Anlage im Rahmen des Förderprojekts „Quirinus“ zum Einsatz. Dessen Aufgabe besteht darin, vor dem Hintergrund einer zunehmend dezentralen Energieerzeugung ein virtuelles Flächenkraftwerk in der rheinischen Region zu errichten, um zu zeigen, wie Verteilnetze künftig durch den Rückgang von Großkraftwerken und langfristig ohne Großkraftwerke zuverlässig und stabil betrieben werden können.

Hierfür wird im Tagebau Inden die Stornetic-Anlage mit einem 550-kVA-Blockheizkraftwerk im Hybridbetrieb gekoppelt, um die aktiv im RWE-Netz ausgelösten Lastwechsel auszusteuern und die Funktionsweise nachzuweisen.

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