Jülich: Jülicher Theaterreihe: Neustart nach Pause

Jülich: Jülicher Theaterreihe: Neustart nach Pause

Vor einem Jahr zogen die Studierenden des Fachhochschul-Campus Jülich in die Stadthalle ein, weil die Hörsäle knapp und klein waren. Diese unkonventionelle Bildungsunterkunft stieß nicht überall nur auf Applaus, denn damit war die Theater-Abonnement-Reihe in dem alten Gemäuer kurzfristig gestorben. Die erfreute sich aber gerade in Jülich großer Beliebtheit. Von daher ist es für die Kulturfreunde in und um Jülich sicher eine gute Nachricht: Das Abo-Theater kehrt nach 17 Monaten zurück — und zwar in die Stadthalle!

Fünf Aufführungen hat die Saison 2013/2014 zu bieten, die unter dem Motto „Lachen“ steht. Damit reagiert der Programmverantwortliche Christoph Klemens vom Kulturbüro der Stadt Jülich unmittelbar auf Kritik: „Bei der letzten Reihe fanden einige die Auswahl etwas zu schwermütig.“

Christoph Klemens und Katarina Esser stellten die Theater-Abo-Reihe 2013/2014 vor. Foto: Uerlings

Die Heiterkeitsfans dürften gleich zum Auftakt am 2. November auf ihre Kosten kommen, denn das Landestheater Dinkelsbühl — erstmals in Jülich — gibt „Ein Herz und eine Seele“ nach Wolfgang Menge. „Ekel Alfred“ alias Heinz Schubert und seine Familie sind heute noch Kult.

Das Landestheater Dinkelsbühl hat aus den zahlreichen Folgen der TV-Reihe zwei besondere Episoden ausgewählt: „Sittenstrolch“ und „Silvesterpunsch“. Alfred nimmt wie stets seinen Schwiegersohn („langhaarige bolschewistische Hyäne“), seine Frau Else („dusselige Kuh“), die „Sozis“ und natürlich die Nachbarschaft aufs Korn. Der Vorverkauf für diese Vorstellung ist bereits eröffnet.

Ein schweres Jahr

Durch die doch lange Pause in der Jülicher Theater-Aboreihe hat sich die Zahl der Abonnenten spürbar verkleinert: von 180 auf 140. „Es war ein schweres Jahr. Wir haben pausiert und davor an wechselnden Orten Theater geboten. Jetzt ist das Theater zurück an dem Ort, den sich viele gewünscht haben. Wir hoffen, dass sich die Zahl der Abonnenten dadurch auch wieder erhöht“, erklärte Dezernentin Katarina Esser, die mit Christoph Klemens das Programm in dieser Woche präsentierte.

Klemens hat versucht, für viele Geschmäcker etwas zu bieten. Das zweite Stück am Freitag, 13. Dezember, ist „ein bisschen Klassiker und zugleich Theaterkabarett“: „Gretchen 89 FF“ (Theaterlust Lutz Hübner). Das Abo-Publikum soll von „Mondlicht und Magnolien“ angesprochen werden. Das Stück beantwortet auf amüsante Art die Frage, wie „Vom Winde verweht“ seinerzeit entstanden ist. Hier ist das Landestheater Dinkelsbühl zum zweiten Mal engagiert (Samstag, 25. Januar).

Eine moderne Aufführung des Grenzlandtheaters Aachen folgt am Freitag, 21. März: „Der Vorname“. Die Komödie „Der Brandner Kasper“ am 9. Mai ist „Volkstheater im besten Sinne“ (Klemens).

Nun ist das Publikum im Jülicher Land gefragt. Ein Theaterangebot werde „von vielen gewünscht“, sagt und weiß Katarina Esser. Eine Stadt wie Jülich muss sich aber auch dem Wettbewerb stellen, denn in der Nachbarschaft sei der Konkurrenzdruck hoch. Die Dezernentin und der Programmverantwortliche sind aber voller Zuversicht.

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