Jülicher Tafel braucht Hilfe

Unterstützer für einen Vormittag oder Nachmittag gesucht : Die Jülicher Tafel braucht helfende Hände

20 Paare helfende Hände braucht die Jülicher Tafel an jedem der drei Wochentage, an denen sie Nahrungsmittel an ihre Kunden ausgibt. Freitags ist der Bedarf an Helfern noch etwas höher. Dann nämlich liefern die Mitarbeiter der Tafel die Pakete auch an die Kunden aus, die es nicht schaffen können, zur Ausgabe in die Zentrale der Tafel in der Margaretenstraße zu kommen. Um das auch weiterhin tun zu können, brauchen die Helfer von der Tafel jetzt selbst Hilfe.

„Wir kriegen das im Moment so gerade noch mit Hängen und Würgen hin“, sagt Maria Güldenberg, die Vorsitzende der Jülicher Tafel. Zu tun gibt es viel. Von Montag bis Freitag fahren Tafel-Mitarbeiter mit den drei Fahrzeugen raus, um bei Supermärkten Lebensmittel zu sammeln, die zwar noch haltbar sind, aber trotzdem entsorgt werden sollen. „Das ist ja unser ursprünglicher Auftrag. Die Tafel will dafür sorgen, dass mehr Lebensmittel genutzt und weniger vernichtet werden“, sagt Vorstandsmitglied Edelgard Heidelberg. Montags, mittwochs und freitags können die Menschen mit Kundenkarte die Lebensmittel bei der Tafel gegen eine geringe symbolische Spende kaufen. Mit der Spende sollen die Kunden den Wert der Lebensmittel erkennen und verstehen, dass die Einkäufe keine Almosen sind.

Freitags kommt noch der Service dazu, dass Menschen beliefert werden, die es aus eigener Kraft nicht schaffen, die Tafel aufzusuchen. „Wir brauchen sechs Leute, die die drei Fahrzeuge besetzen, einmal am Vormittag, einmal am Nachmittag“, zählt Güldenberg den Freitags-Bedarf auf. Dazu vier, die die reinkommende Ware sortieren, drei, die die Nahrungsmittel an die Kunden ausgeben und zwei Aufpasser. Macht 21. „Wenn wir Helfer finden würden, die bereit sind, freitags entweder von 8 bis 11 oder 12 Uhr oder von 12 bis bis 15.30 Uhr zu helfen, dann hätten wir viel gewonnen“, erklärt Güldenberg.

Fingerspitzengefühl müssten die Helfer mitbringen, und vielleicht eine gestandene Persönlichkeit. Viele Kunden zeigen den Tafel-Mitarbeitern laut Güldenberg offen ihre Dankbarkeit für die Hilfe. Für andere sei das Verpflegen bei der Tafel mit Scham und Enttäuschung besetzt. Entsprechend gebe es auch Rückmeldungen, die kein Dankeschön sind. „Da muss man mit umgehen können“, sagt Heidelberg.

In den kommenden Wochen wartet besonders viel Arbeit auf die Tafel-Helfer. Die Weihnachtskisten Aktion ist bereits angelaufen, mit der bedürftigen Menschen eine Freude zum Fest gemacht werden soll. Die Tafel sucht nicht nur Menschen, die Material für die Kisten spenden, sondern auch Helfer, die die Aktion unterstützen. Bis zum 5. Dezember erhalten die Kunden bei der Tafel gegen die Vorlage der Kundenkarte einen Ausgabe-Bon, mit dem sie am 13. Dezember von 9 bis 18 Uhr eine Weihnachtskiste im Kulturbahnhof entgegennehmen können. „Bisher ist es uns immer gelungen, jedem, der berechtigten Bedarf angemeldet hat, eine Weihnachtskiste zu geben“, blickt Güldenberg auf die vergangenen Jahre zurück. Allerdings sei es in den vergangenen Jahren immer knapper geworden. Trotzdem bleibe es das Ziel.

In diesem Zusammenhang weist die Tafel drauf hin, dass sie ein gemeinnütziger Verein ist und nichts mit dem Sozialamt oder anderen staatlichen Einrichtungen zu tun hat. „Wir haben einen eigenen Spielraum, um zu entscheiden, wer bedürftig ist und deswegen die Kundenkarte erhält“, erklärt Heidelberg. Das funktioniere unabhängig von Nationalität und Alter, einzig die Bedürftigkeit zähle. Auch dann, wenn sie aufgrund einer überraschenden Notlage sehr kurzfristig eintritt.

(jan)
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