Jülich: Jülicher SPD-Basis liest dem Vorstand die Leviten

Jülich: Jülicher SPD-Basis liest dem Vorstand die Leviten

„Es war die Partei, die große Dinge bewegt hat”, blickte der scheidende Vorsitzende des SPD Ortsvereins Jülich, Martin Marquardt, zu Beginn der Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten zurück.

Dabei kritisierte er, ohne Namen zu nennen, das Verhalten einiger ehemaliger Weggefährten, die die Politik mit Entertainement zum privaten Vorteil verwechselt hätten.

Harald Garding, Fraktionsvorsitzender im Jülicher Rat, erinnerte an das Highlight, den Frühjahrsempfang mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Für die Zukunft versprach er, in Zusammenarbeit mit der neuen Mannschaft „nach den Sternen zu greifen”.

Nicht ganz so euphorisch zeigte sich die Basis. Es gab heftige Kritik unter anderem an der Informationspolitik des amtierenden Vorstands in den vergangenen zwei Jahren. Diese gipfelte in der Aussage: „Der Vorstand hat in den letzten zwei Jahren auf der ganzen Linie versagt.” Der designierte neue Vorstand signalisierte bereits vor den Neuwahlen, dass man den Zwischenruf „So geht das nicht weiter” ernst nähme und die Mitglieder enger mit in die Diskussion und Entscheidungsfindung einbinden würde.

Mit großer Mehrheit wurde Harald Garding zum 1. Vorsitzenden gewählt, seine Stellvertreter sind Hans-Peter Schmitz und neu im Vorstand Tino Schwedt. Als Schriftführerin bestätigt wurde Katy Wedekind-Boner, zur Stellvertreterin wählte die Versammlung Hildegard Paas. Die Ämter der Kassiererin und ihrer Stellvertreterin liegen in den bewährten Händen von Erika Janssen und Susanne Oppermann. Martin Marquardt ist neuer Pressereferent und findet in diesem Amt Unterstützung durch den Newcomer Marco Maria Emunds, der in seiner Kurzvorstellung den festen Willen erkennen ließ, für frischen Wind zu sorgen. Zwischen den Wahlgängen und Auszählungen thematisierte der Fraktionsvorsitzende Garding die Ratsentscheidung zum Jugendgästehaus, die von der SPD nicht verhindert werden konnte.

Für die Realisierung seien seitens der Befürworter die „Verträge durchgeprügelt” und „die Stadtwerke zwangsverpflichtet” worden. Die von der Versammlung eingeforderte Verbesserung der Zusammenarbeit von Vorstand und Mitgliedern schlug sich in Gardings Ankündigung nieder, dass in Kürze eine Mitgliederversammlung einberufen werde, in der die Strategie zur Rathausfrage diskutiert werde. Bei diesem Thema sehen sich Jülichs Sozialdemokraten nah am Bürgerwillen und favorisieren eindeutig den Standort Markplatz.

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