Jülich: Jülicher Science Slam mit viel Humor auf der KuBa-Bühne

Jülich: Jülicher Science Slam mit viel Humor auf der KuBa-Bühne

Sechs junge Doktoranden der Helmholtz-Graduiertenschule HITEC wetteiferten beim dritten „Science Slam“ auf der KuBa-Bühne in Jülich darin, sich zum Themenkreis Energie und Klima mit einem ansprechenden Mix aus fachlichen, methodischen und kommunikativen Elementen in englischer Sprache gegenseitig zu überbieten.

Wenig überraschend schreiben fünf von ihnen ihre Dissertation im „Institut für Energie- und Klimaforschung“ im FZJ, einer davon zusätzlich an der RWTH Aachen. Der sechste, Hamid Ahmad, promoviert an der Partneruniversität Wuppertal.

In bester Laune

Der Journalist und bühnenerprobte Science-Slammer Dr. Sebastian Bartoschek moderierte die anschauliche Wissenschaftsshow und interviewte in bester Laune jeden Slammer nach seinem Auftritt. Direktor und Institutsleiter Professor Uwe Rau repräsentierte die HITEC.

Zehn Minuten hatte jeder Wettstreiter Zeit für seinen Slam, den die zahlreichen Zuschauer mit wissenschaftlichem Hintergrund mit Spannung erwarteten und mit Applaus belohnten. Anschließend fungierten sie als Jury.

Zunächst überraschten die jungen Darsteller mit einer erstaunlichen Bandbreite zwischen „Science“ und „Slam“, die meisten zeigten sich humorvoll und erfindungsreich im Bereich der goldenen Mitte. Größter „Scientist“ war der 26-jährige Jörg Ackermann.

In seinem Slam „Talking to tiny friends in a dark world“ (Mit winzig kleinen Freunden in einer dunklen Welt sprechen) veranschaulichte er die These, dass Strom durch Elektrolyse in Chemikalien gespeichert werden kann, wofür effiziente Elektroden gebraucht werden. Optimierbar sei etwa die Magnetresonanz der inneren Struktur der Elektroden.

Den kleinsten wissenschaftlichen Anteil hatte der Slam des 31-jährigen Hamid Ahmad „It‘s hard out here for a PhD Student“ (Ein Doktorand hat es schwer). Augenzwinkernd nahm er ein fiktives, leicht zu beeindruckendes Mädchen mit in sein „lab“ der Atmosphärenphysik. Seine Tätigkeit beschrieb er mit „I measure air“ (Ich messe Luft).

The great escape

Der Inder Aryak Singh (IEK 5-Photovoltaik) kostete die Möglichkeit der Hilfsmittel im Science-Slam ganz aus. Am Ende seines geografisch und politisch nicht ganz korrekten Vortrags „The great escape“ (Der letzte Ausweg) enthüllte er einen „Squatty Potty“ WC-Hocker, der den von Ärzten empfohlenen 35 Grad-Winkel für ein anatomisch optimales Abführen unterstützt, und demonstrierte dessen Funktion. Das Accessoire gefiel und trug sicherlich mit dazu bei, dass das Publikum ihn zum Sieger kürte.

Zweite wurde die einzige Frau, die 24-jährige Sabine Robrecht (IEK 7-Stratosphäre), mit ihrer zweiteiligen Geschichte mit selbst gezeichneten Elementen „The lonely clark“ (Der einsame Clark) mit dem Untertitel „More beer, more fun?“ Das Bier, das der einsame Clark im Pub in Massen trank, versinnbildlichte Sulfatpartikel, die, solchermaßen vermehrt abgegeben, die globale Erwärmung aufhalten könnten.

Auf dem dritten Platz landete der 24-jährige Belgier Dieter Boeyaert (IEK 4-Plasmaphysik) mit seinem „Traum“, durch die Kernfusion die geeignete Lösung für das Problem Energieversorgung zu finden. „Yes, we can“, davon zeigte er sich überzeugt. Wenn es auch noch 50 Jahre dauert….

Ebenfalls überzeugend und mit einer guten Prise Humor demonstrierte der 26-jährige Inder Apurv Dash aus dem „Team der Max-Phasenkomposite“ selbstheilende Keramikstoffe aus Nitrogen, Oxygen, Argon und Carbondioxid auf Hochtemperatur-Materialien.

Der anspruchsvolle Wettbewerb bei freiem Eintritt wurde von einem gut gelaunten Publikum toll angenommen und schreit geradezu nach Wiederholung. Wieder in Englisch, denn „die Wissenschaft spielt sich hauptsächlich in Englisch ab“, wie Professor Uwe Rau betonte.

(ptj)
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