Jülich: Jülicher Parkfest lockt Tausende

Jülich: Jülicher Parkfest lockt Tausende

Eindrucksvoll donnerten die Vorderladergeschütze des „Corps de Juliers“ zum Abschluss der Saison drei Mal am Nachmittag im Stadtgarten. Beim Parkfest demonstrierten „Corps“-Mitglieder in der Uniform napoleonischer Artilleristen und ihrer Marketenderinnen interessierten Besuchern ihre Sechs- und Achtpfünder.

Den Achtpfünder brachten sie unter strenger Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen mit Schwarzpulver zur Detonation. Dass das Hobby „gar nicht so ungefährlich sein kann“, darüber klärte Marketenderin Evelyn Wirtz auf. Herbstlich kühl zeigte sich das Wetter zum Parkfest, trotzdem hatten sich etliche Besucher eingefunden — einige tausend wurden Samstag und Sonntag zwischen Lindenrondell und Stadtgarten gezählt.

Die Modellierkünste von Ballonfrau Steffi kamen bei Jung und Alt an.

Ein Gläschen Tee mit Rum oder ein heißer Kakao auf dem Bauernmarkt zu Flammkuchen, belegtem Knoblauchbrot, Vollkornfladen mit Gemüse oder einfach einer Bratwurst kamen da den „großen Gästen“ gerade recht. Zum Nachtisch durften es auch gerne Käsespezialitäten oder Mandelgebäck sein. Einige Familien hatten Spaß daran, unterschiedlichst geformte Kürbisse aus dem riesigen Sortiment zu erstehen und sie unter dem schützenden Zeltdach fantasievoll zu schnitzen — Halloween ist schließlich nicht mehr fern. Ob gruselig oder eher sympathisch war hier reine Geschmacksache.

Ein Spaß für die Kleinen waren auch die Modellierkünste vom Schwert bis zur Schlange von Ballonfrau Steffi am „Ort der Stille“. Familien mit kleinen Kindern zog es ins Puppenbühnenzelt zur handgeschnitzten Hohnsteiner Handspielpuppe Kasperl oder zum Stabpuppentheater „Fölsch“ im Zookernbereich.

Comedy-Duo begeistert

Für Familien mit Kindern ab Grundschulalter waren die Aufführungen auf der Hauptbühne unter der Konzertmuschel gedacht. Dort begeisterte das international beliebte Comedy-Duo Bernd und Andreas Busch, im wahren Leben wie auf der Bühne Vater und Sohn, mit einer interaktiven Improvisationsshow mit Stil, angesiedelt zwischen Musikcomedy und Comedymagie. Schön und elegant kam Buschs Sohn daher, für die Dummheiten war hier Vater Busch zuständig. Der rote Faden der erstklassigen Show war für das Publikum kaum ersichtlich.

Unter dem bizarren Lockruf „Spaßvögel fliegen einfach besser“ präsentierten Julia und Volker Seewald aus Köln mit irrem Blick in magierhaft anmutender Kostümierung mit zwei bunt gefärbten Baumstämmen in Händen ihren neuen Walk-Act: Augenscheinlich wurden sie „auf der Suche nach dem zauberhaften Wünscheholz“ von einem in ihnen wohnenden verwunschenen und natürlich unsichtbarem Holzgeist beherrscht, der sie zu obskur scheinendem Handeln zwang. „Da kann einem schon angst und bange werden“, brachte eine Besucherin bei deren plötzlichem Erscheinen ihre Gefühle auf den Punkt.

Wer sich besonders mutig zeigte, lies sich mit einem Elektrogerät von den beiden aus der Hand lesen. Wer auch die damit verbundene Vibration aushalten konnte, dem wurde die Erfüllung eines geheimen Wunsches versprochen. Weitere Kinderattraktionen waren Seidenmalerei oder das Kinderschminken.

Der Bauernmarkt

Neben dem breiten kulinarischen Angebot reichten die Auslagen des Bauernmarktes von Holztier, -schalen und -kochlöffeln, Ledertaschen, Schmuck über mittelalterliche Bekleidung und solche im Landhausstil bis zu Terrassendächern. Porträtzeichnerinnen in Zeltständen, die Kräuterhexe „Hydrogenia“ und eine Kunstinstallation, die Holzstämme, Blechtiere, Engel und Zwerge miteinander vereinte, rundeten die schöne Atmosphäre im Jülicher Park ab.

(ptj)