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Jülich: Jülicher nennen wichtige Schwachpunkte in Hochwasserschutz

Jülich : Jülicher nennen wichtige Schwachpunkte in Hochwasserschutz

Das verheerende Unwetter am 29. Mai, das eine Reihe Ortslagen von Jülich heftig traf, hat zu kritischen Anfragen von Einwohnern bei der Stadt Jülich geführt.

Bürgermeister Heinrich Stommel nahm am Anfang der Ratssitzung dazu Stellung. So hakte Jürgen Rinne wegen des Rückstaus im Kanalnetz unter der Großen Rurstraße nach. Wiederholt hätten sich bei starkem Regen Abwasser mit Fäkalien und „damit verbundenen Infektionsgefahren” im Haus breit gemacht. Er fragte nach, ob es nicht dem Besitzer vorgeschrieben sei, ein Rückhaltesystem in das hauseigene Kanalsystem einzubauen, um diesen Rückfluss zu verhindern. Wie werde dies geprüft und durchgesetzt?

Bürgermeister Stommel sieht hier den Grundstückseigentümer in der Pflicht. Das Eindringen von Schmutzwasser in den Keller sei „durch das Nichtvorhandensein einer Rückstauklappe” zu erklären. Darum und auch um die Reinigung müsse sich der Eigner kümmern. Laut Stadtrechtsdirektorin Kerstin Haffner sei die Kommune bei der Kontrolle nicht in der Pflicht. Mieter könnten dies jedoch gegenüber ihrem Vermieter geltend machen.

Heinz Frey (JüL) verwies auf eine Möglichkeit, dass die Stadt Jülich planrechtlich Vorgaben machen könne. Er könne sich daran erinnern, dass es Bebauungspläne mit entsprechenden Auflagen gebe. Dieser interessante Aspekt soll möglichst bald im Bau- und Planungsausschuss thematisiert werden.

Die Eheleute Antje und Hartmut Euringer aus Broich regten an, das Oberflächenwasser von Feldern und Weiden getrennt vom Kanal in einem Graben der Rur zuzuleiten. Stommel betonte, dass bereits jetzt das Regenwasser aus den Feldern getrennt vom Abwasserkanal in Gräben dem Fluss zugeführt werden. Aber: „Aufgrund der außergewöhnlichen Regenereignisse waren die Gräben nicht in der Lage, derartige Wassermengen abzuführen.” Dies könne nicht (!) dafür ausgelegt werden, derartige Regenereignisse „in Baumaßnahmen umzusetzen”.

Diese Aussage führte verständlicher Weise zu Unmut unter den Zuhörern. Der Bürgermeister erklärte, dass der „hundertjährliche” Regen in Broich als Katastrophe und mithin als höhere Gewalt zu bezeichnen sei, für die es keinen rechtlichen Schutz gebe. Stommel: „Stadt sowie auch Bürger sind beide verpflichtet, daraus resultierende Schäden zu minimieren.”