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Jülich: Jülicher Mädchen-Gymnasium protestiert

Jülich : Jülicher Mädchen-Gymnasium protestiert

Das Vorhaben der Landesregierung und speziell der SPD, den Eigenanteil der Ersatzschulträger von 6 auf 7,5 Prozent anzuheben, hat das Mädchengymnasium Jülich nicht ruhen lassen.

Im Namen der Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft haben Dr. Barbara Schellenberger für den Schulträger, Schulleiterin Ines Nagelschmitz und Schulpflegschaftsvorsitzender Helmut Lemaire einen Brief an die Mitglieder des Landtagsausschusses für Schule und Weiterbildung geschrieben, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Einmaliges Sonderopfer

Dies und viele andere Proteste dürften dazu beigetragen haben, dass die Erhöhung des Eigenanteils auf 2005 verschoben und als einmaliges „Sonderopfer” deklariert wurde.

In dem Schreiben des MGJ an die Landespolitiker heißt es, angesichts der angedrohten Erhöhung der Eigenleistung habe man Gespräche mit Politikern, mit anderen Ersatzschulträgern und Verbänden geführt.

Entscheidende Fragen blieben offen, heißt es in dem Brief. So wird gefragt, warum die Landesregierung die Existenz von Schulen gefährdet, die nach verbrieftem Recht öffentliche Schulen ersetzen und das Land entlasten.

Das Engagement der Ersatzschulträger gehe weit über die Eigenleistung von sechs Prozent hinaus. Die gesamte Ausstattung der Schulen (Mobiliar, Lehrmittel und dergleichen) gehe zu Lasten der Träger. Eltern und Lehrer engagierten sich in Fördervereinen, Spendenaktionen und dergleichen mehr.

Totale Unkenntnis

Wörtlich heißt es: „Ohne die Einführung eines ordentlichen Schulgeldes, das zu einer nicht gewünschten, noch erlaubten Sonderung der Schüler nach Besitzverhältnissen führen würde, könnten wir unsere Schulen nicht weiterführen. Ist das gewollt?”

Man habe den Eindruck, dass Politiker vermuten, dass die Eltern dieser Schulen zahlen können und zahlen werden.

Totale Unkenntnis

Diese Vermutung zeugten von einer totalen Unkenntnis der sozialen Herkunft der betroffenen Schüler.

Die Briefschreiber fragen weiter: Warum sind andere Bereiche, in denen im Bildungssektor wirklich gespart werden könnte, tabu?

Genannt werden als Beispiele die Abschaffung des allgemeinen Büchergeldes und der allgemeinen Fahrtkostenzuschüsse unter Beibehaltung einer sozialen Komponente, der Druck von Broschüren und Unterrichtsmaterialien sowie Projekt bezogene Mittel verschiedener Art „von oft zweifelhaftem pädagogischen Wert”.

Existenz gefährdet

Am Ende steht der Appell: Die Mitglieder des Schulausschusses mögen sich „über Parteigrenzen hinaus” für die finanzielle, rechtlich zustehende Gleichbehandlung der Ersatzschulen einsetzen. Längerfristig würde ansonsten die Ersatzschulen in ihrer Existenz gefährdet.