Jülicher Land: Kommt jetzt eine E-Scooter-Flut?

Jülicher Land : Kommt jetzt eine E-Scooter-Flut?

Ab Samstag sind elektrische Tretroller auch in Deutschland erlaubt. Als so genannte Elektrokleinstfahrzeuge dürfen sie mit bis zu 20 km/h auf dem Radweg benutzt werden.

In vielen Städten weltweit haben E-Scooter im vergangenen Jahr für Chaos gesorgt. In San Fransisco etwa gab es Unfälle, abgestellte Roller blockierten Straßen, standen massenhaft an Bahnhöfen und Haltestellen. Die Angst, dass solch ein Chaos auch unsere Region heimsuchen wird, ist noch unbegründet. Auch wenn es bei Kunden in Jülich ein gesteigertes Interesse gibt, stehen zugelassene E-Scooter hier längst noch nicht in den Läden, wie in Toms Bike Center zu hören war. Die Suche nach zuverlässigen Lieferanten laufe. Andere Geschäfte, wie der Fahrradladen Lessenich in Titz, wollen zunächst abwarten, wie sich der Markt entwickelt, bevor sie ins E-Scooter-Geschäft einsteigen.

Auch in den Rathäusern von Titz, Jülich, Linnich, Aldenhoven und Inden sind die E-Tretroller (noch) kein Thema. Die Antworten auf eine Anfrage unserer Zeitung ähnelten sich: Man wolle sich damit erst beschäftigen, sobald es notwendig werde. Zwar arbeite Jülich mit den Stadtwerken an einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrräder, doch auf den E-Scootern liege noch kein Fokus. Es gebe auch noch keine Pläne für den Ausbau von Radwegen. Ob die Qualität der bestehenden für E-Scooter reicht, bezweifelt mancher Jülicher. Für die Verkehrswacht Jülich sind die Roller zwar auch Neuland, dennoch denkt 2. Vorsitzender Jakob Loevenich über die Entwicklung eines Sicherheitstrainings nach, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Um längere Distanzen zurückzulegen, ist der E-Roller ohnehin nicht geeignet, auch wenn eine Akkuladung für 40 km reicht. So dürfte das neue Fortbewegungsmittel häufig dazu dienen, Bus oder Bahn zu erreichen. Bei der Aseag wird der E-Roller wohl als Gepäckstück zählen. Er darf also mitgeführt werden, solange er keine Sitzplätze oder reservierten Flächen blockiert. Ob die Roller auch kostenfrei in der Rurtalbahn mitfahren dürfen, ist noch offen. Laut AVV soll bald eine NRW-weite Entscheidung fallen. Wahrscheinlich ist, dass kleine faltbare Scooter gratis mitgeführt werden dürfen, größere aber wie ein Fahrrad behandelt werden – also ein Ticket benötigen.

(bwi/ced/lih)