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Marc Remus hat Faible für die Herzogstadt: Jülicher Kunst für das Kreishaus

Marc Remus hat Faible für die Herzogstadt : Jülicher Kunst für das Kreishaus

Der Hexenturm, Muttkrate, Kirchen, der Zitadellengrundriss, Fuchs und Gänse, die Wappen von Stadt und Kreis, der Lazarus und das neue Kreishaus – all das wird sich im neuen Jülich-Bild von Marc Remus wiederfinden, das künftig die Räume des Jülicher Kreishauses schmücken soll.

Am kommenden Donnerstag, 30. Januar, wird es der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Jahr 2003 hatte der renommierte Künstler aus Frankfurt am Main erstmals eine Reihe mit Jülicher Motiven aufgelegt, 2017 folgten neue Bilder mit Wahrzeichen der Stadt. „Ich habe Jülich in mein Herz geschlossen. Irgendwie zieht es mich immer wieder in die Stadt zurück“, sagte Remus, der seine Werke auch regelmäßig in der Galerie an der Zitadelle präsentiert, da schon. Eine Aussage, die sich jetzt bestätigt.

Zwei Monate hat Marc Remus an dem Bild für Jülichs Kreishaus in seinem Atelier gearbeitet. Foto: Marc Remus

Weil die Fertigstellung des neuen Kreishauses in Jülich die erste Priorität hatte, blieben die Wände leer. Damit sich das ändert, hatte Landrat Wolfgang Spelthahn bei Remus ein neues Jülich-Bild in Auftrag gegeben: „Ich war von seinen Motiven sehr angetan, aber auch von seiner künstlerischen Entwicklung“, betont Spelthahn, der zudem bei der Art und Weise, wie Remus die Stadt-Motive realisiert, feststellen kann, „dass auch Kunst für Identifikation sorgt“.

Dass ein Frankfurter Künstler sich so intensiv über viele Jahre hinweg mit der Herzogstadt beschäftigt, ist eher ungewöhnlich. Fasziniert ist Remus vor allem von den Widersprüchen: „Auf der einen Seite ist Jülich ein kleines, gemütliches Städtchen, entspannt, ruhig und still. Es strahlt eine Ruhe aus, die ich in Frankfurt nie spüre. Deswegen fühle ich mich in Jülich auch so wohl und genieße es, wenn ich zwei, drei Tage in der Stadt verbringen kann“, erzählt Remus.

Die Wappen von Stadt und Kreis und eine Kröte finden sich auch im großformatigen neuen Jülich-Bild wieder. Foto: Marc Remus

Auf der anderen Seite gibt es mitten in dieser gemütliches Atmosphäre das massive Bauwerk Zitadelle. Genau dieser Kontrast hat es dem Künstler angetan. Dem wird er auch mit seinem neuen Werk gerecht, das in seinen Dimensionen den bisherigen Rahmen der Arbeiten deutlich sprengt: Das Bild ist 1,70 mal 1,40 Meter groß und damit das größte Gemälde, das Remus bisher geschaffen hat. Und damit es auch zu einem Jülich-Bild wird, hat der Künstler neben dem zentralen Motiv des Hexenturms auch viele kleine Jülicher Details untergebracht – von der „Matschkröte“ bis zum Stadtwappen.

Eine weitere Besonderheit bei dem Bild: es ist aufwändig als Relief angelegt. Pulverisierten Marmor, Wasser und Binder hat Remus zu einer festen Masse gemischt, mit Spachteln auf die Leinwand aufgetragen und so die Jülicher Wahrzeichen modelliert. Remus: „Danach wird die Masse mit einem Heißluftgebläse getrocknet, so dass Risse entstehen. Wenn die Masse komplett durchgetrocknet ist, können die Risse mit schwarzer Tinte gefüllt werden. Zusätzlich werden Eierschalen verarbeitet und Blattgold aufgetragen. Dann beginnt der Malprozess, indem Tinten und Acrylfarben aufgetragen werden. Am Ende wird das Gemälde mit einer Lackschicht versiegelt.“

Über zwei Monate hat Remus an diesem Werk gearbeitet. Und es war nicht das einzige neue Jülich-Motiv, dass in dieser kreativen Phase entstanden ist. Direkt im Anschluss hat er ein zweites Bild erstellt, das im Rahmen der Vorstellung des Kunstwerkes für das Jülicher Kreishaus am 30. Januar ab 16 Uhr für einen guten Zweck versteigert wird. Wolfgang Spelthahn: „Das Jülicher Stammhaus will sich erweitern. Mit den Einnahmen aus der Versteigerung können wir dazu einen kleinen Beitrag leisten.“

Das zweite Bild ist 1,10 mal 0,60 Meter groß und in der gleichen Technik und mit den gleichen Farben erstellt worden. Vom Kreishaus-Motiv wird es zudem in einer limitierten Auflage von 100 Stück einen Kunstdruck im A3-Format geben, der in der Galerie an der Zitadelle erworben werden kann.