Jülich: Jülicher Kulturprogramm: Hochwertig und fast kostendeckend

Jülich: Jülicher Kulturprogramm: Hochwertig und fast kostendeckend

Christoph Klemens leitet das Jülicher Kulturbüro in der Stadtverwaltung, und inzwischen ist er auch zum Leiter des Amtes für Familie, Generationen und Integration berufen worden. In der letzten Gremien-Sitzung vor der Sommerpause durfte er erfreut zur Kenntnis nehmen, dass seine Kulturarbeit für die Stadt Jülich mit reichlich Lob bedacht wurde.

Das hatte gute Gründe, denn seinen Bericht über die Spielzeit 2016/17 kann man auf kurze Nenner bringen: 37 verschiedene Veranstaltungen — vom Open-Air-Kino über Theater bis Kinderkultursommer — waren sehr gut nachgefragt und belasten den städtischen Haushalt so gut wie nicht.

Ein hochwertiges Kulturprogramm gibt es in der Herzogstadt für ‘n Appel und ‘n Ei. Durch Eintrittsgelder, Sponsoren und Fördermittel betragen die Subventionen hier mutmaßlich nur zwischen 1000 und 2000 Euro. Das ist noch nicht ganz klar und kann sogar noch sinken, weil die letzte Theateraufführung noch nicht eingerechnet war.

Die Abo-Theaterreihe war in der Vergangenheit das Sorgenkind, hat sich inzwischen aber stabilisiert. Der Besucherschnitt (210) blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert, so dass hier ein Verlust von vielleicht — siehe oben — 1000 Euro entstehen könnte. In der im Oktober beginnenden Spielzeit gibt es eine Neuerung, denn das Kulturbüro reagiert auf einen Einwand von Theaterabonnenten, die Karten kündigen, weil sie an einigen Terminen verhindert sind. Künftig gibt es ein „Wahl-Abo“ mit acht Aufführungen, aus denen fünf ausgewählt werden können. Zum Start gibt es am 20. Oktober in der Stadthalle übrigens „Die Physiker“ (Landestheater Neuss).

Zwei von fünft ausverkauft

„Die Kabarettreihe hat sich nach nur einem Jahr in Jülich etabliert“, schreibt Christoph Klemens in seinem Bericht. Von den fünf Vorstellungen im Kulturbahnhof waren zwei ausverkauft (Bernhard Hoecker und Rene Steinberg). Insgesamt ist in diesem Segment sogar ein finanzielles Plus entstanden. Die Einnahmen von 9350 Euro übersteigen die Ausgaben (8650 Euro). Diese erfolgreiche Reihe in Kooperation mit dem Verein Kultur im Bahnhof wird fortgesetzt. Nach den Sommerferien am 23. September macht Christian Ehring („Extra 3“) den Auftakt mit dem Programm „Keine weiteren Fragen“.

Üppig war und ist das kulturelle Angebot in Jülich für Kinder und Jugendliche. Der Kinderkultursommer (Start 30. Juli) steht in den Startlöchern, über den wir noch gesondert berichten. Die letztjährige Reihe war durch Sponsoren, Spenden und Fördermittel finanziert, aber für die Teilnehmer kostenlos.

Restlos ausverkauft waren die Aufführungen der Kindertheaterreihe. Im November folgen zwei weitere. Schlechter besucht als in der Vergangenheit war laut Kulturbüro die Andantino-Kinderkonzertreihe (vorher Fidolino-Kinderkonzerte). Weil auch die Förderung von 70 auf 40 Prozent zurückgegangen ist, soll diese Reihe vorerst eingestellt werden.

Das Open-Air-Kino hat 2016 mit 1042 Gästen bei vier Aufführungen seinen Besucherrekord nur knapp verfehlt. Die Reihe 2017 steht unmittelbar bevor und beginnt mit dem Zitadellenpicknick am Sonntag; in diesem Rahmen wird „Birnenkuchen mit Lavendel“ im PZ der Zitadelle gezeigt, während das weitere Programm an drei Freitagen im August wie bisher im Brückenkopf-Park zu sehen ist.

Bericht beeindruckt

Der Bericht beeindruckte die Mitglieder des Kulturausschusses. Harald Garding (SPD) dankte Klemens und Mitstreitern: „Jülich hat eine ganze Menge zu bieten.“ Lutz Baumgarten (Grüne) hob hervor „mit so wenig Geld so ein Programm hinzukriegen“, das Defizit sei kaum nennenswert.

Der Ausschuss stimmte entsprechend für die Vorfinanzierung der Kulturreihen, die beibehalten werden. Damit können die Verträge abgeschlossen werden, während das Geld dann über Eintrittsgelder, Förder- und Sponsorenmittel zurück in die Jülicher Kasse fließt.