Jülich/Barmen: Jülicher Kirchenschätze Teil 4: Ein Ziborium aus Barmen

Jülich/Barmen: Jülicher Kirchenschätze Teil 4: Ein Ziborium aus Barmen

Im Westturm der Propsteikirche ist noch gut fünf Wochen die Ausstellung „Alle um einen Tisch“ zu sehen, die Kirchenschätze aus der Pfarrei Heilig Geist Jülich zeigt. Für jede der 16 in der Pfarrei zusammengeschlossenen Gemeinden wurde ein Objekt ausgewählt. In einer sechsteiligen Artikelreihe stellen die Kuratoren der Ausstellung in nächster Zeit einige Objekte vor. Heute folgt Teil 4.

Ein Ziborium ist ein ganz besonderes Gefäß. Der Name leitet sich vom lateinischen „ciborium“, was Gehäuse heißt, ab. In ihm werden die während der Messfeier gewandelten Hostien aufbewahrt. Meist ist das Ziborium kelchähnlich mit einem abnehmbaren Deckel gestaltet. So auch im vorliegenden Fall aus der Kirche St. Martinus Barmen. Das vergoldete, 19 cm hohe Gefäß zeigt keine Goldschmiedezeichen, so dass keine Angaben über das Metall oder den Hersteller gemacht werden können. Glücklicherweise gibt eine Inschrift unter dem Fuß Auskunft über die Herkunft des Stückes. Dort steht eingraviert: „ST. JOSEF-HAUS BARMEN“.

Im 19. Jahrhundert war der Alltag in Barmen, wie in vielen Orten des Jülicher Landes, von Armut, Hunger und wiederkehrenden Krankheiten geprägt. Durch eine adelige Stiftung kamen im Jahr 1861 drei Schwestern des Ordens der Armen Dienstmägde Jesu Christi aus Dernbach nach Barmen. Sie sollten in der Armen- und Krankenpflege dienen und sich für die Mädchenerziehung einsetzen. 1872 bezogen sie ein eigenes Gebäude in der Steinstraße. Auf die Ordensschwestern geht auch die Gründung des Kindergartens in Barmen zurück, der 1900 als „Bewahrschule“ eröffnet wurde. Am 31. März 1965 wurde die Barmener Niederlassung des Ordens wegen Nachwuchsmangel aufgelöst. Das liturgische Gerät des Klosters, darunter das kleine Ziborium, wurde der St. Martinus-Gemeinde übergeben.

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