Jülich: Jülicher Gewerbesteuersatz einer der höchsten in NRW

Jülich: Jülicher Gewerbesteuersatz einer der höchsten in NRW

Seine Vorstellungen von der „Marke Jülich“ präsentierte Bürgermeister Axel Fuchs nicht nur im Stadtmarketingverein, sondern nun auch den Fachpolitikern im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing.

Diese Entscheidung sei zwar aus „politisch nachvollziehbaren Gründen“ gefallen, sagte der Bürgermeister, der dieser Erhöhung nicht zugestimmt hat. Sie bleibe nicht ohne Folgen. Bei seinen Gesprächen mit Unternehmen in Jülich sei das „Thema Nummer 1“. In einer älteren Liste des Landesstatistikers belege Jülich im Jahr 2015 noch den 19. Platz an Rhein und Ruhr. Der aktuelle Satz 2016 bedeutet in einer Liste des Deutschen Industrie- und Handelskammertages für Städte über 20.000 Einwohner genau Platz 10 in NRW, wie unsere Zeitung recherchiert hat.

„Wir müssen gegensteuern und irgendwann die Reißleine ziehen“, appellierte Axel Fuchs im Ausschuss und begründete das nicht nur mit negativen Marketingfolgen bei der Ansiedlung neuer Unternehmen im geplanten Gewerbegebiet „Merscher Höhe“. Die müssten meist nach hohen Investitionen anfangs noch gar keine Gewerbesteuer zahlen. Für etablierte Firmen sei diese Steuer schon länger nicht mehr als Betriebsausgabe abzugsfähig, sondern „tatsächlicher Geldabfluss“.

Der Verwaltungschef trug zudem seine Vorstellungen von der Schärfung des Jülicher Profils mit seinen Besonderheiten (Festungen, Forschung, Brückenkopf-Park) vor, die auch ein Leerstandsmanagement für die Innenstadt im neuen Fachamt für Stadtmarketing vorsehen. Und er hält es angesichts niedriger Zinsen und trotz schlechter Haushaltslage für sinnvoll, als Stadt in die Stadt zu investieren. Fuchs: „Wer heute nicht investiert, darf sich morgen nicht beschweren, dass alles beim Alten geblieben ist.“

(-vpu-)
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