Jülich: Jülicher Forscher erhält „Walter Hälg Preis”

Jülich: Jülicher Forscher erhält „Walter Hälg Preis”

Für seine Forschung zum Verständnis der Dynamik von Polymeren und biologischen Makromolekülen erhält der Physiker Prof. Dieter Richter vom Forschungszentrum Jülich den renommierten „Walter Hälg Preis”.

Mit der Auszeichnung, die alle zwei Jahre an europäische Forscher vergeben wird, würdigt die Europäische Vereinigung für Neutronenstreuung Ensa wegweisende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Neutronenstreuung. Der mit umgerechnet rund 6600 Euro dotierte Preis wird auf der internationalen Konferenz für Neutronenstreuung, die vom 3. bis 7. Mai in Knoxville in den USA stattfindet, an Richter überreicht.

Prof. Dieter Richter leitet seit 1989 das Jülicher Institut für Festkörperforschung „Neutronenstreuung” (IFF-5) und ist Direktor am „Jülich Centre for Neutron Science” (JCNS). Das JCNS baut und betreibt Forschungsinstrumente an den weltweit führenden Neutronenquellen in Garching bei München, Grenoble in Frankreich und Oak Ridge in den USA. Deutsche Wissenschaftler aus Forschung und Industrie haben dadurch Zugang zu einzigartigen Messinstrumenten an diesen Einrichtungen.

Sie nutzen Neutronen als ideale Sonden für die Erforschung der inneren Struktur von Materialien und der Dynamik von Molekülen. Neutronen sind nämlich mehr als nur Bausteine des Atomkerns. Als freie Teilchen, erzeugt in Forschungsreaktoren oder Spallationsquellen, können sie tief in Materie eindringen, einzelne Atome erkennen und magnetische Momente sichtbar machen, ohne dabei die Probe zu zerstören.

Für seine Forschung mit Neutronen erhielt Prof. Dieter Richter bereits 1987 den Walter-Schottky-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, 1990 den Max-Planck-Forschungspreis gemeinsam mit Wissenschaftlern der Firma Exxon und 2002 den „Erwin Schrödinger-Preis für interdisziplinäre Forschung” des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gemeinsam mit einem Köln-Jülicher Team.

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