Jülich: Jülicher Forscher bekämpfen Algenplage

Jülich: Jülicher Forscher bekämpfen Algenplage

Die Algenplage am Altmühlsee im Frankenland kann in den nächsten Jahren wirksam bekämpft werden. Dabei hilft eine Studie aus dem Forschungszentrum Jülich. Wissenschaftler aus dem Bereich Agrosphärenforschung des Instituts für Bio- und Geowissenschaften untersuchten die Hintergründe des Phänomens, das immer wieder für Schlagzeilen sorgt.

Dabei ist die Ursache des übermäßigen Algenwachstums länger bekannt. Das Wasser des Sees ist mit Phosphaten belastet. Die Jülicher Studie kann jetzt den Hauptverursacher nachweisen, die Landwirtschaft rund um den See.

Der Agrosphärenforscher Dr. Björn Tetzlaff untersuchte Geologie und Bodenverhältnisse in einem festgelegten Gebiet um den See. Die Ergebnisse zeigen, dass tatsächlich die Landwirtschaft im Einzugsgebiet des Sees verantwortlich ist. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Bodenerosion. Phosphor aus Gülle oder Mineraldünger wird mit dem Ackerboden vom Regen in den See geschwemmt. Auch durch Güllereste auf Grünflächen kommen erhebliche Mengen von Phosphaten ins Wasser. Die Landwirtschaft trägt aber nicht die Alleinschuld: „Rund 25 Prozent des gesamten Phosphats gelangen aus schlecht reinigenden Kläranlagen in den Altmühlsee“, stellte Tetzlaff klar.

Bis 2015 sollen 17 Klärwerke nachgerüstet werden; ihr Anteil an der Gewässerbelastung wird sich dadurch mittelfristig auf etwa sechs Tonnen pro Jahr reduzieren. Nun müssen die betroffenen Landwirte beraten werden, um die Phosphat-Belastung aus Gülle und Mineraldünger langfristig in den Griff zu bekommen. Dazu dienen die genauen Karten, die im Rahmen der Studie entstanden. Mögliche Gegenmaßnahmen sind sparsames Düngen oder das Umwandeln von Acker- in Grünflächen. Auch neu bepflanzte Streifen am Uferrand könnten helfen.