Jülich: Jülicher Festung: Sechs römische Münzen gefunden

Jülich: Jülicher Festung: Sechs römische Münzen gefunden

Im vergangenen Jahr gab es die ersten Vermutungen, dass es vor der Zitadelle an gleicher Stelle ein Bauwerk gegeben haben könnte. In den Quellen, die den Mitarbeitern des Museums Zitadelle vorliegen, gibt es keine Beweise dafür.

Vor wenigen Wochen war dann klar, dass sich im Innenhof des Gymnasiums in über eineinhalb Metern Tiefe alte Strukturen abzeichnen. Jetzt, am Ende von sechs weiteren Wochen Ausgrabungen, ist klar, dass da mehr war als nur ein bisschen Bebauung. In der etwa 25 mal 25 Meter großen Ausgrabungsfläche zeichnet sich in der Schicht, die aus ausgebleichtem Auenlehm besteht, eine auffällige dunklere Struktur ab. „Sie verrät uns, dass da eine Art Befriedung gewesen ist“, sagte der leitende Archäologe Thomas Ibeling. Vermutlich war das ein Graben.

Schotterstraße ausgegraben

Die Spuren erzählen weiter von großen Pfostenlöchern, die entlang des Grabens in einem Meter Abstand gestanden haben. Die Ausgrabungsfläche ist nicht groß genug, die Schatten der Vergangenheit verschwinden in den nicht abgetragenen Rändern. „Was das genau war werden wir wohl nicht mehr herausfinden“, sagte Ibeling. Vermutlich hat der Bau der Zitadellenkeller die Spuren zerstört. Und selbst wenn sie jenseits des Schulgebäudes wieder zu finden wären, wird das nicht ans Tageslicht kommen, weil es unrealistisch ist, dass Ausgrabungen so großflächig ausgeweitet werden.

Nächster großer Fund ist die Schotterpiste, die durch die nordwestliche Ecke der Ausgrabung verläuft, in eben jener ausgeblichenen Auenlehmschicht, die die Archäologen auf das 15. oder 16. Jahrhundert datieren. Entweder wurde die Piste vor der Zitadelle — Baubeginn war 1545 — oder für den Bau angelegt. Laut Ibeling sei die Straße für ihre Zeit ungewöhnlich gut ausgebaut gewesen.

Weitere Ausgrabungen gibt es wohl nicht, auch hier funktioniert die Kosten-Nutzen-Rechnung kaum. „Dafür, dass wir Anfang vergangenen Jahres nur eine Grabung machen wollten, um herauszufinden, warum die Keller feucht sind und nicht viel erwartet haben, ist jetzt sehr viel dabei herumgekommen“, fasst Christoph Fischer vom Museum die bisherigen Ausgrabungen zusammen.

Die Reihe der ungewöhnlichen Funde wurde zuletzt fortgesetzt von sechs römischen Münzen, die in Erdschichten aus dem späten Mittelalter verborgen waren. Dass sie zur Römer-Zeit an dieser Stelle im Boden verschwunden sind, schließen die Archäologen aus. Viel Erdreich aus dem unmittelbaren Umfeld sei beim Bau und Ausheben der Zitadelle bewegt worden. Die Münzen geben ein weiteres Zeugnis der römischen Vergangenheit Jülichs.

Die Ausgrabungen weichen jetzt wieder dem Schulbetrieb, Ibeling und sein Team werden die vielen Funde jetzt genau auswerten. Dass weiter gegraben werden sollte, empfiehlt der Archäologe, weil sein Team noch nicht auf einer Schicht angekommen ist, die keine Spuren menschlicher Aktivität mehr zeigt.