Magnet in der Region: Jülicher Erntedankfest ist ein Publikumsmagnet

Magnet in der Region : Jülicher Erntedankfest ist ein Publikumsmagnet

„Ein Magnet in der ganzen Region. Es gibt nicht viele Kommunen, die das schaffen“. Mit diesen Worten lobte Bürgermeister Axel Fuchs das Jülicher Erntedankfest, als er mit dem neuen Werbegemeinschaftsvorsitzenden Ben Loevenich die 37. Auflage eröffnete.

„In der Form auch nur in Jülich“ gibt es nach Fuchs‘ Bekunden die Stammhausband „Authentics“, auf die er des Weiteren besonders hinwies. Unisono priesen Fuchs und Loevenich den Open-Air-Erntedankgottesdienst an, „denn deshalb gibt es das Fest überhaupt“.

Mit Gottes Segen und bei strahlendem Sonnenschein: Voll war‘s in der Innenstadt auch beim Gottesdienst. Foto: Jagodzinska

Im Bezug auf die Kreisbauernschaft, die sich am Sonntag auf dem Schlossplatz präsentierte, zeigte sich der Bürgermeister besonders einfühlsam: „Nehmen Sie unsere Landwirte einfach mal in den Arm und sagen Sie Dankeschön, die werden sich ganz bestimmt freuen, die haben einen ganz, ganz heftigen Sommer hinter sich.“

Rund 100 Gebrauchtwagen

In Vertretung ihres Opas Uli Backhausen stellte Ayleen Egbulle die neue Sammeltasse der Straßengemeinschaft Kleine Rurstraße/Grünstraße vor und überreichte Fuchs eine davon als Geschenk. Es folgte die Präsentation des Adventskalenders des Lions-Clubs „Jülich Juliacum“. Mit Schlagern wie „100.000 leuchtende Sterne“ oder „Que sera“ eröffnete Bernice Ehrlich das bunte Programm auf der Bühne, vor der sich bei Auftritten zumeist ein mitfeierndes Publikum versammelte. In der riesigen Automeile auf dem Schlossplatz mit rund 100 Gebrauchtwagen aus sechs Autohäusern befanden sich ebenfalls ein Deutz-Trecker aus 1951 mit 15 PS und einem Hubraum von 1330 ccm und ein MF 65, ein blitzend roter Standardschlepper von Massey Ferguson, Baujahr 1963.

Das Besondere an ihm: Er wurde von der Firma Auto Technik Matzerath in 1000 Stunden eigenhändig repariert, genauso wie ein Unimog von Mercedes Benz mit 125 PS, ein seltener Anblick bei einem Stadtfest der Werbegemeinschaft. „Er muss ein H (für historisch) haben und muss auch so sein, wie er früher war“, unterstrich Christoph Matzerath die Herausforderung in der Restaurierung. Was hat überhaupt ein Unimog mit der Ernte zu tun? Er dient(e) als Transportmittel für Land- und Forstwirte, noch 1987 wurden mit dem Allzweckfahrzeug Zuckerrüben transportiert. Sehr gut besucht war am Sonntag die Open-Air-Messe, zelebriert von Propst Josef Wolff und Father Tyronne Perera. „Können Sie mich hören?“, fragte Wolff zunächst und zielte damit nicht nur auf die reine Akustik ab. „Ja, sogar viel besser als in der Kirche“, folgerte er mit Blick in die Masse der Gläubigen. In sein Thema Erntedank integrierte der Propst auch Aspekte wie Krieg und Verfolgung, Naturkatastrophen und Missbrauch, auch durch kirchliche Mitarbeiter. Er nannte die notwendigen Konsequenzen Freundlichkeit und Verantwortung.

Internationale Tänze

Insgesamt fanden viele Besucher bei schönem Wetter den Weg zur zweitägigen Händler-, Schausteller- und Schlemmermeile zwischen Hexenturm und Muttkratbrunnen. Immer mal wieder herrschte auch richtig Stimmung vor der Bühne, etwa bei der Tanzpräsentation der ADTV-Tanzschule Baulig. Die schuleigene vierköpfige „Irish Dance“-Formation begeisterte mit ihren Stepptanzchoreografien, auch in ganz moderner Variante. Die neue Abteilung „Sangria Dance“ animierte mit Flamenco, Bauchtanz, Gypsy Dance und russischen Folkloreelementen. Besucherrekorde wurden beim Erntedankfest allerdings nicht erreicht.

(ptj)
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