1. Lokales
  2. Jülich

Jülich: Jülicher Einkaufsmeile bekommt einen Mini-Kreisel

Jülich : Jülicher Einkaufsmeile bekommt einen Mini-Kreisel

Diese Kreuzung kennt jeder, der schon einmal in Jülich eingekauft hat oder durch die Stadt spaziert ist: Köln-, Schloß- und Poststraße stoßen aufeinander, und die Verkehrsführung ist — vorsichtig formuliert — interessant. Wer von der oberen Kölnstraße kommt und nach rechts oder links abbiegt, hat Vorfahrt.

Das wird aber vor allem Fußgängern kaum deutlich, die in gutem Glauben drauflos marschieren. Ortskundige Autofahrer bleiben stehen... Wer von der unteren Kölnstraße aus dem verkehrsberuhigten Bereich rausfährt, muss eigentlich warten, was aber vor allem Radfahrer gelegentlich nicht zu wissen scheinen.

In naher Zukunft wird die Verkehrsführung an diesem innerstädtischen Engpass noch interessanter, denn hier malt die Stadt auf Intervention der „Überörtlichen Unfallkommission“ nun einen Kreisverkehr auf die Fahrbahn. Es dürfte einer der kleinsten Kreisel im Jülicher Land werden.

Der Hintergrund ist ernst, denn die geschilderte Situation hat regelmäßig Unfälle verursacht, davon im Jahr 2016 drei mit schwereren Folgen, also Schwerverletzten und/oder hohem Sachschaden. Die Kreispolizeibehörde hat die Stadt Anfang des vergangenen Jahres schon informiert. Die Ergebnisse verschiedener Gespräche wurden am Donnerstagabend im Jülicher Planungsausschuss vorgestellt.

Die Ordnungshüter haben als Interimslösung vorschlagen, den Verkehr hier mit Ampeln zu regeln, bis ein kleiner Kreisverkehr mit Fußgängerüberweg gebaut werden kann, den alle Experten als „zielführende Lösung“ ansehen. Das aber ist aus Sicht der Stadtverwaltung mit 12.000 Euro Kosten teuer und technisch aufwändig. Die Verwaltung plädiert dafür, einen provisorischen Kreisverkehr durch Markierungen auf der Straße und eine entsprechende Beschilderung einzurichten — das kostet rund 1000 Euro.

Ein später ausgebauter Kreisverkehr soll 80.000 Euro teuer werden, wie Robert Helgers im Planungsausschuss informierte. Die Stadt hat hierfür Landes-Zuschüsse beantragt, die für das Jahr 2019 in Aussicht gestellt worden sind.

Einige Ausschussmitglieder haben vor allem Radler, die sich verkehrswidrig verhalten, als „Quell des Übels“ ausgemacht und forderten schärfere Kontrollen durch die Polizei, andere einen eigenen Streifen für Radfahrer. All das bringt aber keine sichere Lösung, die Erfolg verspricht und den Anforderungen der Überörtlichen Unfallkommission entspricht. Bürgermeister Axel Fuchs appellierte an den Ausschuss, die 1000 Euro für den aufgemalten Kreisel anzupacken: „Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass dieses Provisorium funktioniert.“

Klar ist übrigens, dass sowohl die Übergangslösung als auch die später geplante Ausbauvariante so angelegt sind, dass die Mittelinsel überfahren werden kann. Durch die beengten Verhältnisse bekämen Lieferfahrzeuge sonst nicht die Kurve. Ausschussvorsitzender Heinz Frey (UWG Jül) ist sich ziemlich sicher, dass ein kleiner Kreisverkehr nicht nur von Schwerverkehr, sondern grundsätzlich oft „geradeaus überfahren“ wird. Damit steht er wohl nicht allein.