Option vom Tisch : Jülicher Castoren gehen nicht in die USA
Jülich Bei der Suche nach einer sicheren Unterbringung von 300.000 hochradioaktiven Brennelementekugeln aus dem früheren Jülicher Versuchsreaktor ist eine Option vom Tisch: der Transport in die USA.
Wie das Bündnis Stop Westcastor und die US-Initiative Savannah River Site Watch (SRS Watch) übereinstimmend berichten, wurden die Pläne des US-Energieministeriums und der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) eingestellt. Die JEN ist von ihrem Ziel abrückt, die abgebrannten Brennelemente aus dem Kugelhaufenreaktor in die USA zu exportieren. Das war in South Carolina geplant und wäre der Logik gefolgt, das radioaktive Material in dessen Ursprungsland zu schicken.
Bislang befinden sich die hochradioaktiven Abfälle in einem Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich, das aber ertüchtigt werden müsste, weil dessen Genehmigung ausgelaufen ist. Daher setzte vor Jahren das Suchen nach einer Lösung ein, die drei Optionen beinhaltet. Neben der Ertüchtigung in Jülich wurden die Möglichkeiten untersucht, die Castorbehälter in die USA zu transportieren oder mit anderen Abfällen im münsterländischen Ahaus zu konzentrieren, da dieses Zwischenlager jünger ist.
Die JEN hatte darauf gedrungen, einen möglichen Export der Brennelementekugeln in die USA aufzugeben. Zum einen, weil es rechtliche Hürden bei der Exportgenehmigung gibt, die technische Umsetzung zum anderen schwierig ist und zudem die Kosten explodieren könnten. Sie folgt mit der Entscheidung, die laut Geschäftsführerin Beate Kallenbach bereits im September gefasst wurde, einer gemeinsamen Einschätzung der Bundesministerien für Bildung und Forschung, des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und des Finanzministeriums. „Alle mit der US-Option im Zusammenhang stehenden Aktivitäten sollen durch die JEN beendet werden“, heißt es in dem Bericht. „Angesichts der geringen Realisierungswahrscheinlichkeit und eines Projektabschlusses frühestens Ende 2030 mit geschätzten Gesamtkosten von über einer Milliarde Euro“ sei diese Option nicht wirtschaftlich.
Stop Westcastor feiert das Ende der US-Pläne als „Sieg“. Nach zehn Jahren Widerstand von Umweltverbänden sei nun ein wichtiges Ziel erreicht worden.
„Der geplante Export von hochradioaktivem Abfall aus dem Jülicher Zwischenlager in die USA hätte das Atommüll-Problem nicht gelöst, sondern nur weitere Probleme geschaffen – die Verantwortung sollte einfach abgeschoben werden“, erklärte Marita Boslar vom Aktionsbündnis.