Jülich: Jülicher Brückenkopf-Park braucht neue Geschäftsführung

Jülich : Jülicher Brückenkopf-Park braucht neue Geschäftsführung

Dr. Dorothee Esser-Link ist noch bis Ende August Geschäftsführerin des Jülicher Brückenkopf-Parks, dann wechselt sie nach 25 Jahren bei der Stadt oder einer städtischen Gesellschaft den Arbeitgeber. Der Verwaltungsrat der Stadt Hameln (Niedersachsen) hat sie am Mittwochabend zur neuen Fachbereichsleiterin Kultur gewählt, wie Esser-Link auf Anfrage der Redaktion bestätigte.

Die frühere Jülicher Kulturamtsleiterin verlagert aus familiären Gründen ihren Lebensmittelpunkt nach Niedersachsen. In der 58.000-Einwohner-Stadt übernimmt sie ein Ressort mit 70 Mitarbeitern. Folge ist natürlich auch: Die große Freizeiteinrichtung in Jülich braucht dann Ersatz an der Spitze.

„Mein Herz schlägt für Westfalen“, sagt Esser-Link in Anspielung auf ihre Heirat vor zwei Jahren und durchaus anstrengende Pendelreisen am Wochenende. „Ich gehe auch mit Wehmut, wir haben hier wunderbare Mitarbeiter“, sagte die Geschäftsführerin gegenüber unserer Zeitung.

Bürgermeister Axel Fuchs kann den Schritt nachvollziehen, „er hat aber keine Freude ausgelöst“. Und weiter: „Das bedauere ich in der Sache und persönlich zutiefst.“

Dorothee Esser-Link als Repräsentantin des größten Zuschussnehmers der Stadt Jülich sei mitunter angefeindet worden, auch zu Unrecht aus Sicht von Fuchs. „Viele vergessen den Auftrag dieser gemeinnützigen GmbH, das ist ein Bildungsauftrag. Wir reden hier nicht über eine Feiermeile.“

Diesem Auftrag sei die Geschäftsführerin „mit wenig Geld immer vollauf gerecht geworden“. Der Bürgermeister sieht das auch als Pflicht, wenn die Nachfolge geregelt wird. Das Profil von Kandidatinnen und Kandidaten „sollte kompatibel mit dem Auftrag sein“.

Zum Jahreswechsel haben fast alle Parteien im Jülicher Stadtrat Positionspapiere zur Zukunft des Brückenkopf-Parks vorgelegt, über die ein „Runder Tisch“ sprechen soll, der aber bis heute noch nicht getagt hat. Von mehreren Seiten wurde angeregt, dass der Park stärker unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden und mehr aus seinem Potenzial als idealer Veranstaltungsort machen solle, um den Zuschussbedarf der Stadt zu reduzieren.

Auch ein veränderter Zuschnitt — zum Beispiel ohne den Bereich Stadtgarten — und viele andere Vorschläge gab und gibt es. Die nach Dorothee Esser-Links Kündigung notwendigen personellen Überlegungen werden sicher auch eine inhaltliche Diskussion auslösen.

Das ist auch dem Bürgermeister bewusst. Fuchs: „Nun bietet sich die Möglichkeit, über neue Formen der Aufstellung des Parks nachzudenken.“

Der Auftakt ist in der kommenden Woche möglich, denn dann tagt — planmäßig — der Aufsichtsrat und wird zu prüfen haben, wie er die Nachfolge regelt. Gut drei Monate bleiben Zeit.

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