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Ausgründung aus dem Forschungszentrum: Jülicher Alzheimer-Medikament schließt erste Testphase ab

Ausgründung aus dem Forschungszentrum : Jülicher Alzheimer-Medikament schließt erste Testphase ab

Der aus der Forschung am Forschungszentrum Jülich hervorgegangene Wirkstoff gegen Alzheimer hat die erste klinische Testphase mit erkrankten Menschen durchlaufen.

Der Wirkstoff gegen die Alzheimer-Krankheit, die der Biochemiker und Strukturbiologe Dieter Willbold mit der aus dem Forschungszentrum Jülich und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf heraus gegründeten Firma Priavoid entwickelt hat, hat erfolgreich die erste klinische Testphase mit Erkrankten durchlaufen. In einer vorangegangenen Phase war der Wirkstoff gesunden Menschen verabreicht worden, um die Nebenwirkungen zu testen. Willbold ist Direktor am Institut für Biologische Informationsprozesse des Forschungszentrums Jülich.

Die Studie konnte unter Beteiligung von Patienten, die unter leichter kognitiver Beeinträchtigung, einer Vorstufe von Demenz, oder an leichter Alzheimer-Demenz leiden, mit „erfreulichen Ergebnissen“ abgeschlossen werden. Die Studienmedikation sei gut verträglich und es seien keine Nebenwirkungen aufgetreten. Das meldet die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), die die zweite klinische Testphase finanziert.

Um das Medikament zusammen mit der SPRIND weiterzuentwickeln, ist 2021 die PRInnovation GmbH als Tochterunternehmen der SPRIND gegründet worden. PRInnovation und Priavoid bilden eine Forschungskooperation.

In der ersten Testphase konnten zudem Erkenntnisse zur Aufnahme des Wirkstoffes gewonnen werden. „Besonders eine Behandlung über einen Zeitraum von Jahren, wie er bei der Alzheimererkrankung notwendig ist, um therapeutische Erfolge zu erreichen, verlangt eine hohe Verträglichkeit des Wirkstoffes“, erklärt Oliver Peters, der die Studie von medizinischer Seite leitet. Weil besonders ältere Menschen betroffen sind, müssen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wir Blutdrucksenkern und Blutverdünnern gut erforscht sein.

Aktuell läuft noch die Untersuchung zur Langzeittoxikologie. Verläuft alles gut, kann Phase II beantragt werden. Diese könnte dann ab Spätsommer 2023 in etwa 30 Krankenhäuser in Deutschland und Europa starten.

(red)