Jülich: Jülicher Abo-Theater endet mit bejubelter Komödie

Jülich : Jülicher Abo-Theater endet mit bejubelter Komödie

Das Grenzlandtheater Aachen setzte den Schlusspunkt hinter eine mehr als gelungene Saison der Jülicher Theaterreihe. Mit Stolz konnte Christoph Clemens die Komplimente vieler Zuschauer entgegennehmen. Die Abo-Reihe endete mit einer brillanten Komödie („Winterrose“), die neben der geballten Komik auch ein aktuelles Thema unserer Gesellschaft aufgriff: Einsamkeit in der zweiten Lebenshälfte, nachdem ein Partner verstorben oder einfach nur gegangen ist.

Einen neuen Partner, eine neue Liebe zu finden, ist nicht leicht, und die Partnersuche hat durchaus ihre Tücken. Das wird in dem heiteren Spiel deutlich. Elisabeth verabredet sich jeden Mittwoch mit einem Fremden, der sich auf ihre Kontaktanzeigen meldet. Die Treffen finden immer in demselben Café statt. Aber Ort der Handlung ist der gegenüberliegende Park. Auf einer Bank am Ententeich, mit Blick auf das Café und die Herren, die es betreten, sitzt Elisabeth regelmäßig mittwochs und führt angeregte Unterhaltungen mit dem dort beschäftigten Gärtner. Doch die Bank wird auf einmal von einer weiteren Person genutzt.

Der eigenwillige Intellektuelle Anton möchte sich dort in Ruhe seiner anspruchsvollen Lektüre widmen, momentan ist die „Göttliche Komödie“ Gegenstand seiner Leidenschaft. Die munteren Plaudereien Elisabeths stören ihn massiv, ebenso die Musikeinlagen aus dem Rekorder des Gärtners. Stoff genug für witzige Dialoge. Während Verena Wengler als Elisabeth mit den amüsanten, temperamentvollen Schilderungen ihrer Rendezvous für Lacher sorgt, beeindruckt René Toussaint durch ausdrucksstarkes mimisches Spiel und pointierte Bemerkungen.

Köstlich waren die Schilderungen der Begegnungen mit den Kandidaten. Den „Hundebesitzer“, den „Lateiner“ und das „Muttersöhnchen“ sah man leibhaftig vor sich. Pointiert intelligent und schlagfertig folgten jeweils die Reaktionen Antons auf die Erzählungen von Elisabeth.

Gabriel Spagna als Gärtner Horst Hückeswagen war das Verbindungsglied, das oft mit Lebensweisheiten aushalf und ganz schön den Durchblick hatte. Als der Streit zu eskalieren drohte, erteilte er Redeverbot mit der Bemerkung: „Die Leute denken ja, sie wären verheiratet!“

Das Jülicher Publikum ging begeistert mit und genoss sichtlich und hörbar das Feuerwerk der witzigen Dialoge und das temperamentvolle Spiel. Untermalt wurden die Szenen immer thematisch passend mit den entsprechenden Texten und Melodien aus der Schlagerwelt der letzten 50 Jahre.

Bei allem Spaß kam jedoch auch der tiefe Hintergrund nicht zu kurz. Zwingen kann man das Glück nicht. Aber durch Zufall oder Schicksal können sich auch in der zweiten Lebenshälfte noch Menschen begegnen, die ihren Lebensweg gemeinsam weitergehen wollen. Doch trotz dieses leichten Tiefgangs, blieb die heitere Stimmung von der ersten bis zur letzten Minute erhalten.

Großer Applaus dankte den Schauspielern für einen großartigen Theaterabend.

Die Vorfreude auf die angekündigte nächste Theaterreihe ist beim Jülicher Publikum gewiss.